Hausstaubmilbe - treuer Begleiter

Sie krabbeln in unseren Matratzen, im Teppich, in den Polstermöbeln und in den Kuscheltieren unserer Kinder herum – die Hausstaubmilben. Die Milben, die zur Gattung der Spinnentiere gehören, sind nur ein Drittel Millimeter groß, haben acht Beine und ihr Leibgericht sind menschliche Hautschuppen. Davon verliert der Mensch nur ein bis zwei Gramm pro Tag. Doch selbst diese geringe Menge reicht aus, um bis zu 20.000 Milben gut zu sättigen.

Eigentlich sind die Hausstaubmilben völlig harmlos und ungefährlich. Das Problem sind die Ausscheidungen der kleinen Krabbler. Die Proteine, die in diesen Ausscheidungen enthalten sind, können Allergien auslösen. Sie verbinden sich mit der Atemluft und lösen bei Allergikern die typischen Symptome aus: Fließschnupfen, tränende Augen, Niesattacken, Husten oder Atemnot. Bleiben diese Symptome unbehandelt, können sich ernste Erkrankungen, wie zum Beispiel chronisches Asthma, entwickeln.

Die Beschwerden, die durch Hausstaubmilben ausgelöst werden, entstehen meistens nachts oder am Morgen: Gereizte Augen und ein Niesen, das sich sogar in regelrechten Salven entladen kann. Manchmal kommen auch noch Kopfschmerzen und Fieber hinzu. Einige Allergiker fühlen sich abgeschlagen und haben kaum noch Hunger. In schlimmeren Fällen leidet nicht nur die berufliche Einsatzfähigkeit unter der Allergie. Die gesamte Lebensqualität ist oft erheblich eingeschränkt.

Was können Sie tun?

Wenn Sie die Vermutung haben, dass Sie unter einer Hausstaubmilben-Allergie leiden, sollten Sie auf jeden Fall zuerst einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. In der Praxis kann festgestellt werden, ob Ihre Beschwerden tatsächlich durch eine Allergie ausgelöst werden. Außerdem bekommen Sie Hinweise darauf, wie stark die Allergiebelastung ist. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin entscheidet dann, ob eine Therapie eingeleitet wird, zum Beispiel eine spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung, bei der Sie systematisch gegen die Allergene weniger empfindlich gemacht werden.

Sie können auch selber etwas tun, um Ihre Beschwerden zu verringern. Versuchen Sie den Kontakt zu Staub so weit wie möglich zu vermeiden. Das klingt zunächst einmal seltsam. Denn: Natürlich fliegt selbst in der saubersten Wohnung überall Staub herum. Hausstaubmilben lassen sich deshalb auch nicht völlig ausrotten. Aber – durch ein paar Maßnahmen und Vorkehrungen können Sie die Anzahl der Tiere reduzieren und damit auch die Symptome abschwächen.

Das große Krabbeln findet vor allem in Ihrem Schlafzimmer statt. Betten und Matratzen bieten den Milben hervorragende Voraussetzungen, um sich zu vermehren. Man findet sie aber auch in Polstermöbeln, Kissen, Teppichen, Vorhängen, Gardinen und Stofftieren. Ein warmes und feuchtes Klima ist ein idealer Nährboden für die kleinen Spinnentiere. Dann vermehren sie sich rasant schnell: Die weiblichen Milben legen jeden Monat bis zu 50 Eier.

Wie können wir die Kleintiere aus dem Schlafzimmer verbannen?

Die folgenden Regeln sollten vor allem Allergiker so gut wie möglich befolgen:

  • Umhüllen Sie Matratzen, Kissen und Betten mit allergen- und milbendichten Bezügen. Wenn im Schlafraum mehr als ein Bett steht, sollten alle Betten derart bezogen werden. In wissenschaftlichen Studien ist herausgefunden worden, dass andere Sanierungsmaßnahmen oft wirkungslos bleiben, wenn die Matratzen nicht vorher umhüllt worden sind. Die allergendichten Bezüge der Oberbetten und Kissen werden von einigen Menschen als unangenehm empfunden, weil sie darin stärker schwitzen und weil sie lauter rascheln. Wenn Sie deshalb normale Bettbezüge benutzen wollen, muss das Bettzeug (Inlet) waschbar sein. Sie sollten es dann alle 4 bis 6 Wochen bei 60 Grad, besser jedoch bei 95 Grad waschen. Das ist notwendig, damit die Milben tatsächlich abgetötet werden.
  • Hausstaubmilben vermehren sich bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit von etwa 60 bis 75 Prozent und hohen Raumtemperaturen am besten. Besonders in Zimmern, in denen Menschen schlafen, entsteht durch Atmung und Schweiß oft eine vergleichsweise hohe Luftfeuchtigkeit. Deshalb sollten Sie so oft wie möglich lüften. Optimal ist eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent. Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit vor allem im Schlafraum ständig.
  • Eine Zimmertemperatur von 18 bis 20 Grad ist optimal. Ist es wärmer, vermehren sich die Milben schneller.
  • Teppichböden müssen nicht unbedingt entfernt werden. Günstig sind jedoch nur kurzflorige, synthetische Teppichböden, die den Feinstaub gut festhalten. Sinnvoll sind auch Stein-, Holz- oder Linoleumböden, weil sie gut gereinigt werden können.
  • Schwere Stoffvorhänge oder Gardinen sollten Sie besser vermeiden. Verwenden Sie stattdessen Jalousien.
  • Polstermöbel sind Staubfänger, besser sind Ledermöbel und Holzstühle. Die Milben können in das Leder nicht eindringen.
  • Entfernen Sie Topfblumen aus dem Schlafzimmer des Allergikers.
  • Kleidung und Bücher sollten in geschlossenen Schränken aufbewahrt werden.
  • Staubsaugen ist ebenfalls wichtig, doch das normale Staubsaugen hat nur einen sehr geringen Effekt, da die Staubpartikel nicht im Staubbeutel zurückgehalten werden können. Besondere Staubsauger mit einem Allergiesiegel halten Feinstpartikel im Gerät zurück. Der Staubsaugerbeutel ist alle 2 bis 3 Wochen zu wechseln. Der Allergiker selbst sollte jedoch diese Aufgabe nicht selbst übernehmen.
  • Böden und Polstermöbel können mit milbenabtötenden Mitteln zusätzlich gereinigt werden. Verwenden Sie diese jedoch sparsam.

Menschen, die stark unter Hausstaubmilbenallergie leiden, raten wir ihren Urlaub in den Bergen zu verbringen; in der trockenen Luft oberhalb von ca. 1500 m gibt es keine Hausstaubmilben mehr.

 

16. bis 31. Oktober 2004 Aktualisiert am 20.3.2011 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Redaktion: Birgit Kahl