Typische Wintersportverletzungen vermeiden

Jede Jahreszeit hat ihre speziellen Sportarten. Kann man im Sommer gut Rad fahren und schwimmen gehen, so sind im Winter Hallensportarten und Wandertouren angesagt. Und wenn die ersten Schneeflocken fallen, werden Skier, Snowboards und Schlitten gepackt und es geht ab in die Berge. Allerdings hat die dunkle Jahreszeit ihre Tücken und bringt auch Sportunfälle mit sich.

Vor allem orthopädische Verletzungen haben Hochkonjunktur. Bei guter Vorbereitung müsste dies aber nicht sein. Schauen wir doch einmal die grundlegenden Sicherheitsregeln genauer an.

Wanderungen in Herbst und Winter: Im Prinzip sind kühle Temperaturen ideal zum Wandern, denn man kommt auch bei ausdauernden Märschen nicht so leicht ins Schwitzen. Allerdings ist man schnell einmal ausgerutscht. Sei es, dass nasses rutschiges Laub die Wanderwege bedeckt. Oder sei es, dass der Untergrund gefroren und glatt ist. Wenn man sich dann noch nicht richtig warm gelaufen hat, holt man sich leicht eine Zerrung oder eine Bänderverletzung.

Am wichtigsten beim Wandern sind die richtigen Schuhe. Für Wanderungen auf einfachen Wegen eignet sich der Multifunktionsschuh. Er hat griffige Sohlenprofile, einen stabilen Schaft und eine ausgeprägte Sohlendämpfung. Im Herbst und Winter sowie für Wanderungen mit schwererem Gepäck und bei Höhenunterschieden sind jedoch die echten Wande-stiefel ein Muss. Sie haben einen höheren und stabileren Schaft. Der bietet viel Seitenhalt, so dass man nicht einfach umknickt, wenn sich unter Laub oder Schnee eine unsichtbare Kuhle verbirgt. Wichtig für die Trittsicherheit ist auch eine feste Sohle mit griffigem Profil. Allerdings sollen die Treter nicht brettartig hart sein, um trotzdem auch bei abschüssigen Stellen gut Fuß zu fassen. Achten Sie übrigens auf eine integrierte wasserdichte Schutzfolie, die hinter dem robusten Obermaterial sitzt. Sie hält auch bei stundenlangen Märschen in Matsch und Regen die Füße trocken. Dies schützt zwar nicht vor Verletzungen, aber immerhin vor Blasenbildung. Wichtig ist zudem, dass die Füße genügend Spielraum haben, auch mit einem zusätzlichen Paar Socken, und dass Sie sich wohl fühlen.

Beim Thema "Wintersport" lauert die Hauptgefahr darin, dass viele Sportler in Euphorie geraten und sich dann überschätzen. Bei weißem glänzendem Schnee, strahlend blauem Himmel und im Rausch der Abwärtsfahrt ist dies natürlich fast zwangsläufig. Achten Sie trotzdem auf folgende Punkte:

  • Am wichtigsten beim Skifahren ist die körperliche Fitness. Sie brauchen Kraft, Ausdauer und Kondition. Besuchen Sie am besten schon mehrere Monate vor dem Skiurlaub ein spezielles Skitraining für Bein-, Rumpf, und Pomuskulatur. Asthmatiker und Herz-Kreislauf-Patienten sollten vorab mit ihrem Arzt sprechen.
  • Kontrollieren Sie vor der Abfahrt Ihre Sportausrüstung. Wichtig ist vor allem eine Nachjustierung der Bindungen, besonders bei Kindern, da sie schnell wachsen. Beinahe die Hälfte aller Skiunfälle wäre durch eine optimale Anpassung der Ausrüstung vermeidbar. Das gilt besonders, wenn Sie die Skier längere Zeit nicht benutzt haben. Rost, Beschädigungen und Abnutzungserscheinungen müssen fachmännisch entfernt werden.
  • Nehmen Sie am ersten Tag nicht gleich die schwarze Piste in Angriff. Planen Sie ruhig erst einige Probeabfahrten ein. Es heißt zwar, dass man das Skifahren nicht verlernt. Doch Ihr Körpergedächtnis muss sich erst einmal wieder an die Tricks und Kniffe erinnern. Zudem gelten noch drei Regeln wie beim Autofahren: Denken Sie für andere mit, die vielleicht nicht so gut fahren können. Setzen Sie Ihre Brille oder Kontaktlinsen auf. Alkohol ist auf der Piste tabu.

Auch beim Hallensport lauert die eine oder andere Gefahr. Hier passiert es häufig, dass ein Sportler Torpfosten oder Eckmarkierungen übersieht, dagegen läuft, "umknickt" und sich Muskeln oder Bänder zerrt. Die beste Vorbeugung besteht darin, wie übrigens bei allen Wintersportarten, sich unmittelbar vor dem Sport aufzuwärmen. Gehen Sie mehrere Minuten auf der Stelle, lassen Sie Ihre Schultern nach hinten kreisen und machen Sie einige Kniebeugen. In der Halle können Sie vorab einigen Runden traben. Danach sind Sie warm und der Kreislauf ist in Schwung gekommen.

Haben Sie sich ein Gelenk verstaucht, müssen Sie es sofort ruhig stellen und dürfen auf keinen Fall weiterlaufen oder -spielen. Bei Hallensport und Wanderungen besteht die Hauptverletzungsgefahr in einer Verstauchung des Fußgelenks. Die Skiunfälle hingegen betreffen zu 50 Prozent das Knie und die umliegenden Bänder. Auch kommt es bei einem Sturz oft zu Oberarm- und Schulterverletzungen. Die Soforttherapie geht klassischerweise nach dem Schema PECH vonstatten: Pause - Eis - Compression - Hochlagern. Brechen Sie also den Sport ab, kühlen Sie Schwellungen am besten mit zerstoßenen Eiswürfeln, die in einen Plastikbeutel gefüllt werden. In der freien Natur hilft ein Tuch, das in kühlem Wasser oder Schnee getränkt wurde. Die Schwellung können Sie danach mit einem leichten Druckverband
begrenzen und dabei das Gelenk stabilisieren. Auch das Hochlagern hilft, die Schwellung gering zu halten.

 

16. bis 31. Oktober 2008 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahll