Hoher Blutdruck - was tun?

Schätzungen zufolge haben in Deutschland zwischen 18 und 35 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck – quer durch alle Altersgruppen. Nur  20 Prozent davon werden effektiv behandelt, denn Bluthochdruck verursacht normalerweise über lange Zeit kaum Symptome. Viele wissen deswegen, vor allem im Anfangsstadium, nichts von ihrer chronischen Erkrankung.

Doch ein unerkannter und unbehandelter Bluthochdruck ist gefährlich. Er ist der häufigste Risikofaktor für Schlaganfall, Herz- und Nierenschwäche und auch für Impotenz. 

Ein hoher Blutdruck schädigt die Blutgefäße. In den Nieren beispielsweise treten dann Eiweiße des Blutes in den Urin über. Weil das ungesund ist, versucht der Körper gegenzusteuern. Dabei wird allerdings das Binde- und Stützgewebe zerstört, das den Raum zwischen den funktionellen Nierenzellen ausfüllt. Die Folge ist, dass die Nieren funktionsuntüchtig werden. Bei Menschen mit Bluthochdruck sind Nierenleiden neben Schlaganfall und Herzinfarkt eine der häufigsten Todesursachen. Auch Herz und Hirn werden aufgrund der verengten Blutgefäße nicht mehr ausreichend durchblutet. Die Gefahr einer Verstopfung durch ein Blutgerinnsel ist wesentlich stärker und die Organe Herz und Hirn leiden unter akutem Sauerstoffmangel. Dabei stirbt wichtiges Gewebe ab und es kommt entweder zum Herzinfarkt oder Schlaganfall. 

Die Deutsche Herzstiftung, die diesen Monat die Aufklärungsaktion "Herz unter Druck" durchführt, appelliert deswegen an alle Menschen, beim Arzt regelmäßig ihren Blutdruck messen zu lassen. Sie rät auch, bei jeder Routineuntersuchung – beginnend bereits beim Kinderarzt – eine Blutdruckmessung einzufordern. Wenn die Blutdruckwerte zu hoch sind, sollte eine konsequente Behandlung erfolgen. Das heißt: durch regelmäßige Tabletteneinnahme und einer Änderung des Lebensstils den Blutdruck wieder in den Griff bekommen.  

Der ideale Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg. Von Bluthochdruck spricht man ab einem Wert von über 140/90 mmHg. Wer allerdings bereits unter Arteriosklerose, Schlaganfall oder einer Nierenerkrankung leidet oder ein sehr hohes Gesamtrisiko besitzt, sollte einen Blutdruck von unter 130/80 anstreben.

Sie haben oftmals selbst die Möglichkeit, auf die meisten Arten von Blutdruck einzuwirken. Zu den wichtigsten Einflussmaßnahmen gehören folgende:

1.    Lernen Sie eine Entspannungsmethode, die ihr Blut nicht mehr so schnell in Wallung bringt.

2.    Nehmen Sie ab, falls Sie viel Übergewicht haben. Dies ist eine Hauptursache für Bluthochdruck.

3.    Bewegen Sie sich regelmäßig mindestens einmal am Tag. Ideal sind Ausdauersportarten wie Walken, Schwimmen oder Radfahren. Bauen Sie die Bewegung auch in den Alltag ein: Nehmen Sie die Treppen statt den Aufzug, das Fahrrad statt den Pkw oder Bus und legen Sie kleinere Strecken zu Fuß zurück.

4.    Essen Sie salzarm, höchstens 6 Gramm Salz pro Tag.

5.    Trinken Sie wenig Alkohol, dieser sorgt vor allem nachts für hohen Blutdruck.

6.    Hören Sie mit dem Rauchen auf, denn Nikotin ist Gift für die Blutgefäße.

7.    Achten Sie auf gesunde ausgewogene Ernährung, die nicht zu fettreich ist. Reduzieren Sie tierische Fette, Fleisch und Weißmehl. Greifen Sie stattdessen auf pflanzliche Öle, Fisch und Vollkornprodukte zurück. Idealerweise essen Sie fünfmal täglich Obst oder Gemüse.

Reicht dies nicht aus, sind Tabletten der nächste Schritt einer Bluthochdrucktherapie. Man gibt nach den neuen Behandlungsprinzipien nicht mehr nur einen einzelnen Wirkstoff gegen den Bluthochdruck, sondern führt oftmals eine Kombinationstherapie durch. Das heißt: Verschiedene Wirkstoffe gegen Bluthochdruck werden sinnvoll kombiniert. Jeder Wirkstoff wird nur noch gering dosiert eingenommen, um die Gefahr von Nebenwirkungen zu senken. Weil aber alle Wirkstoffe das Ziel der Blutdrucksenkung verfolgen, summiert sich die Wirkung. Weiterhin ist es wichtig, die begleitenden Krankheiten und Stoffwechselstörungen in den Griff zu bekommen. Dies sind Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte im Blut. Befolgen Sie auch hier die Empfehlungen Ihres Arztes.

 

16. bis 31. Oktober 2011

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl-Rüther