Hautrötungen - was kann dahinter stecken?

Eine schöne, leicht rosige Haut, vor allem im Gesicht, ist unser Schönheitsideal. Doch einige Menschen haben Hautrötungen, die sie selbst weniger schön finden oder unter denen sie sogar leiden. Bei den meisten Hautrötungen handelt es sich zunächst einmal um natürliche Erscheinungen. Anstrengung, Aufregung oder eine peinliche Situation – und schon kann sich eine sehr auffällige rote Marmorierung der Haut zeigen.

Zum Leidwesen der Betroffenen kann man oftmals richtig beim Entstehen der Hautröte zuschauen. Doch wie man auf besondere Situationen reagiert ist eine Veranlagungssache, die meist nicht therapiert werden muss. Als Sonderfall allerdings gibt es das „krankhafte Erröten“, das zu den sozialen Ängsten gehört und mittels einer Psychotherapie behandelt werden kann.

Auch im Rahmen von infektiösen Krankheiten treten Hautrötungen auf, wie etwa die Wanderröte. Dabei handelt es sich um einen etwa handtellergroßen roten Fleck, der unabhängig von einer äußeren Situation entsteht. Typischerweise geht er auf den Stich einer Zecke zurück, die beim Blutsaugen bestimmte Bakterien hinterlassen hat. Um die Einstichstelle bildet sich ein paar Wochen später eine mehr oder weniger rote Stelle, die sich nach Tagen oder Wochen von der Mitte her wieder auflöst, um sich am Rand weiter auszudehnen. Wenn Sie so etwas beobachten, sollten Sie zu Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin gehen. Mithilfe einer Laboruntersuchung Ihres Blutes kann herausgefunden werden, ob Sie eine Borreliose haben – also eine bakterielle Infektion. Sollte dies der Fall sein, erhalten Sie wahrscheinlich eine mehrwöchige antibiotische Behandlung.

Eine weitere Hautrötung trägt den schönen Namen Kupferrose. Doch eine weniger schöne Gesichts- und Hauterkrankung steht dahinter – auch bekannt unter dem Namen Rosazea. Zunächst wirken die Hautrötungen wie ein leichter Sonnenbrand und erscheinen im ersten Stadium auf Wangen, Nase, Stirn und Kinn. Ursache sind Gefäßerweiterungen, die vor allem bei Hitze, Kälte und in Stresssituationen auftreten. Im Laufe der Jahre kann sich allerdings das Erscheinungsbild phasenartig verschlechtern. Hinzukommende Pusteln und Knötchen lassen das Gesicht stellenweise anschwellen, die betroffene Fläche breitet sich aus. Später dann können sich eitrige Entzündungen dazugesellen, sie ähneln Akne und unreiner Haut. Und so wird die Rosazea oft erst sehr spät diagnostiziert und Betroffene quälen sich lange Zeit mit allen möglichen Aknemitteln herum. Die richtige Therapie aber besteht zunächst darin, Auslöser wie Sonne, scharfe Nahrungsmittel und Stress zu vermeiden. Die Haut sollten Sie mit milden Mitteln reinigen. Wenn das nicht hilft und Ihr Leidensdruck groß ist, können Medikamente angezeigt sein. Wirkstoffe wie Metronidazol wirken auch gegen die Entzündungen. Eine solche Behandlung gehört jedoch unbedingt in fachkundige, medizinische Hände.

Eine andere zunächst harmlos mit einer Hautrötung daherkommende Erkrankung ist die Gürtelrose. Sie wird durch denselben Virus hervorgerufen, der im Kindesalter die Windpocken auslöst. Nach einer überstandenen Windpockenerkrankung ziehen sich die Viren in die Nervenwurzeln des Rückenmarks oder in die Hirnnerven zurück und bleiben im Körper, wo sie zunächst nicht schaden. Ist das Immunsystem aber geschwächt – wie etwa in emotionalen Stresssituationen, oder auch nach einer Röntgen- oder Sonnenbestrahlung – werden die krankheitsauslösenden Viren wieder aktiv und vermehren sich. Sie breiten sich entlang der Nervenbahnen in der Regel einseitig aus und führen dort zu Rötungen, Pusteln und teilweise starken Schmerzen. Die Gürtelrose muss aber nicht immer nur im Taillenbereich liegen, sondern kann sich beispielsweise auch im Gesicht oder am Hals bilden. Die Behandlung gehört unbedingt und möglichst frühzeitig in fachärztliche Hände.

Neben all diesen Krankheiten gibt es viele andere Faktoren, die die Haut reizen und röten. Denken Sie auch an regelmäßige Sonnenbäder, Rauchen oder nicht geeignete Pflegeprodukte, wenn Sie auf der Suche nach Ursachen sind.

 

1. bis 15. Juli 2012

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker