Gesunde und schöne Zähne

Weiße Zähne sind ein Schönheitsmerkmal. Sauber, ohne Karies und lückenlos, so machen sie manche Unregelmäßigkeit in den Gesichtszügen wett. Doch darüber hinaus sind sie auch ein Gesundheitsmerkmal. Denn Bakterienherde in den Zähnen und im Zahnfleisch fördern chronische Krankheiten. Die Bakterien bleiben nämlich nicht im Zahn oder im Zahnfleisch verhaftet, sondern wandern im Körper umher und richten überall ihr Unheil an.

Verdauungsstörungen, Blähungsschmerzen, Herzkranzgefäßverkalkung, und sogar Herzinfarkt und Schlaganfall können die Folgen von Karies und Parodontitis sein. Aber soweit muss es nicht kommen. Das A und O dabei ist das gründliche und regelmäßige Zähneputzen. Allerdings wird häufig der Fehler gemacht, dass die Zähne mit zu starkem Druck geputzt werden. Dadurch können Schäden an Zähnen und Zahnfleisch entstehen.

Und so putzen Sie Ihre Zähne richtig. Putzen Sie in drei Bahnen: erst außen, dann innen und schließlich auf der Kauffläche der Zähne. Außen und innen setzen Sie die Bürste im Winkel von 45 Grad am Zahnfleischrand an. Bürsten Sie mit leichtem Druck und kleinen Kreisbewegungen. Putzen Sie gründlich Zahn für Zahn, auch ganz hinten die Backenzähne. Drücken Sie mit der Bürste nicht zu doll, sonst putzen Sie sich Zahnsubstanz weg. Probieren Sie im Gesicht, ob es sich der Druck noch angenehm anfühlt.

Putzen Sie nach jedem Essen, mindestens aber morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen drei Minuten lang. Das Zähneputzen direkt nach einem Apfel oder einer Apfelsine schadet allerdings mehr als dass es nutzt. Denn die Fruchtsäure weicht den Zahnschmelz auf, die Bürste anschließend trägt ihn ab. So machen Sie es richtig: Wenn Sie eine Orange oder etwas anderes Saures gegessen oder getrunken haben, warten Sie mit dem Putzen eine Stunde, weil Sie sonst den Zahnschmelz angreifen. Können Sie nicht warten, dann nehmen Sie in dem Fall ein Zahnpflegekaugummi.

Oft wird auch mit einer falschen Zahnbürste geputzt. Sie darf vor allem nicht älter als zwei Monate sein. Erneuern Sie sie regelmäßig. Ob die Bürste hart oder weich sein soll, richtet sich nach der Beschaffenheit Ihres Zahnfleisches. Im Normalfall sind mittelharte Borsten am besten. Naturborsten sind ungeeignet, da sie mit Wasser aufquellen und einen idealen Nährboden für Bakterien liefern. Stellen Sie die Bürste nach dem Putzen mit dem Kopf nach oben in ein Glas, so trocknet sie am besten. Geeignet sind Kurzkopfbürsten mit einem 25 bis 30 mm langen Bürstenfeld. Damit kommen Sie am besten auch an den schwer zugänglichen Hinterzahnbereich an den Weißheitszähnen. Elektrische Zahnbürsten sind besonders für Menschen geeignet, die Schwierigkeiten mit den kreisenden Zahnputzbewegungen haben. Sie sind auch wegen ihres kleinen Bürstenkopfes gut. Bringen Sie doch einmal Ihr ganzes Zahnpflegezubehör zum Zahnarzt mit, der kann am besten entscheiden, ob es für Ihre Zähne passend ist.

Leider werden oft aber auch die wirksamen Effekte der Zahnseide verkannt. Diese ist kein Luxusgegenstand, sondern sollte unbedingt nach jedem Zähneputzen benutzt werden. Reinigen Sie damit behutsam die Zahnzwischenräume. Drücken Sie aber nicht auf das Zahnfleisch, es blutet leicht, sondern schieben Sie die Zahnseide an den Zähnen entlang.

Wichtig ist es auch, sich um Zahnbelag und Zahnstein zu kümmern. Diese sind nämlich Brutstätten für Mikroorganismen, welche Karies und Zahnfleischentzündung hervorrufen. Zahnstein schützt die Kariesbakterien sogar richtig vor der Zahnbürste. Also weg damit. Dazu müssen Sie zum Zahnarzt. Das Zahnsteinentfernen übernimmt die Krankenkasse. Das Plaqueentfernen müssen Sie selbst zahlen.

Manche Menschen möchten aber noch ein bisschen mehr für Ihre Zähne tun. Aber nicht um die Gesundheit zu verbessern, sondern die Optik. Vor allem sind strahlend weiße Zähne im Trend. Das Verfahren, um die Zähne aufzuhellen, nennt man Bleaching. Aus zahnärztlicher Sicht spricht nichts dagegen. Man kann seine Zähne zuhause selbst bleachen. Sie müssen allerdings sicher sein, dass Sie keine kariöse Stelle haben. Und Sie müssen aufpassen, dass der Wirkstoff – Wasserstoffperoxid – nicht auf das Zahnfleisch kommt.

Weißer werden die Zähne beim Zahnarzt. Hier gibt es einmal die ältere Schienen-Methode und die modernere Lichtmethode, bei der kaltes blaues Licht oder ein Laser zum Aufhellen verwendet wird. Sie sollten die verschiedenen Methoden am besten mit Ihrer Zahnärztin / Ihrem Zahnarzt besprechen.

Wenn die Natur nicht nur bei der Zahnfarbe, sondern auch bei der Zahnstellung ein bisschen nachlässig war, helfen Kieferorthopäden gerne nach. Prinzipiell lassen sich Fehlstellungen heute in jedem Alter korrigieren. Bei Erwachsenen erfolgt diese Korrektur bisher meist mit einer festsitzenden Spange: So genannte Brackets, wahlweise aus Metall oder Keramik, werden auf den einzelnen Zähnen befestigt und mit einem Metallband umlegt. Inzwischen gibt es auch „unsichtbare Zahnspangen“, so genannte „Aligners“. Das sind durchsichtige, starre Schienen, die nachts getragen werden und etappenweise der verbesserten Zahnstellung angepasst werden. So können Fehlstellungen korrigiert werden, ohne hässliche Drähte oder Bügel tragen zu müssen. Die Kosten sollten vorab mit der Krankenkasse abgeklärt werden.

Wenn ein Zahn fehlt, wird die Zahnlücke herkömmlich mit einer Brücke geschlossen. Dabei werden die Nachbarzähne abgeschliffen, denn sie müssen die Brückenkonstruktion tragen. Bei guter Pflege können Brücken 20 Jahre halten. Moderner sind Implantate. Diese sind bei großen Zahnlücken zu empfehlen. Die Zahnwurzel und der Zahnkern werden durch Titan ersetzt. Darüber kommt eine Krone aus Keramik. Das sieht natürlich aus und ist sehr haltbar, meist ein Leben lang. Gereinigt werden Implantate wie echte Zähne.

In unserem nächsten Gesundheitstelefon ab dem 1. Januar 2006 geht es um das Thema: „Wenn mein Kind nicht schlafen will – und was Eltern tun können“.

Sie finden diesen und weitere Ansagetexte auch auf der Homepage der LZG unter www.gesundheitstelefon-rlp.de. Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 / 20 69 0.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

 

16. bis 31. Dezember 2005