Gesund und fit durch die Feiertage

Schön, harmonisch, idyllisch soll es sein, ein friedliches Fest unter dem wunderbar geschmückten Tannenbaum, mit feinem Essen und perfekt ausgesuchten Geschenken, die genau die Wünsche erfüllen. Die Erwachsenen sind entspannt und die Kinder sind glücklich in das Spiel mit ihren neuen Geschenken vertieft. Ja, so sollte es sein. Aber meist führt ein solches Streben nach Harmonie und Familienidylle zum gegenteiligen Effekt.

Die Eltern sind von den ganzen Vorbereitungen gestresst, überfordert und hätten am liebsten ihre Ruhe. Die Kinder sind überschwänglich, aufgedreht von den vielen Geschenken und kaum zu bändigen. Dies regt die Eltern weiter auf, was nicht nur unschön ist, sondern auch ungesund. Denn der Adrenalinpegel steigt und mit ihm Blutdruck und Herzfrequenz. Und vorbei ist’s mit der stillen und heiligen Nacht.

Hier ein paar Tipps die helfen können, die Weihnachtszeit zu einem schönen festlichen und wohltuenden Erlebnis zu gestalten:

Die oberste Regel dafür lautet: Es muss nicht alles perfekt sein. Denn der ungesunde Weihnachtsstress hängt oft mit der eigenen überzogenen Vorstellung von einem perfekten Fest zusammen. Überlegen Sie sich daher genau, was Ihnen an Weihnachten eigentlich wichtig ist. Müssen Sie wirklich alle Verwandten einladen, oder würden Sie lieber einfach nur im kleinen Kreise feiern? Muss das Fest immer bei Ihnen stattfinden, oder können die Gastgeber nicht auch einmal wechseln? Muss es immer ein gemeinsames Menü sein, oder reicht nicht einfach ein Restaurantbesuch, ein unkompliziertes kaltes Büffet, oder vielleicht auch nur ein schönes Kaffeetrinken mit anschließendem Spaziergang? Nehmen Sie sich vorher die Zeit, die Weihnachtstage genau nach Ihren Wünschen zu planen und überlegen Sie, was Sie davon umsetzen können. In der Ruhe liegt die Kraft, und nicht in der Hektik und darin alles erledigen zu müssen, um jeden Preis.

Die zweite Regel lautet: Delegieren Sie Aufgaben. Dazu ist es wichtig, dass Sie sich vorab mit Ihren Verwandten und Freunden zusammensetzen, mit denen Sie gemeinsam feiern wollen. Sprechen Sie über Ihre Vorstellungen und stimmen Sie sich gemeinsam ab. Dann übernimmt jeder der Beteiligten eine oder mehrere Aufgaben, für die nur er – und nicht mehr Sie – verantwortlich ist. Das entlastet und macht den Kopf frei für anderes.

Besonders wichtig: Finden Sie eine einheitliche Schenkregel. Damit können Sie sich bereits im Vorfeld und am Weihnachtsabend selbst eine Menge Stress ersparen. So kann man sich in der Familie beispielsweise darauf einigen, nur noch die Kinder zu beschenken, oder zu  Gemeinschaftsgeschenken zusammenzulegen, die dann jeweils ein Beteiligter besorgt. Mit Gutscheinen kann man Enttäuschungen und auch Einkaufsstress vermeiden. 

Auch der Menüplan kann vereinfacht werden. Ein festliches Essen muss heutzutage nicht mehr gleichzusetzen sein mit viel und aufwändig. Wichtiger als ein bombastisches Festmenü ist vielmehr, dass man entspannt beieinander sitzt, Zeit füreinander hat, sich etwas erzählen kann und Anteil nimmt am Leben der anderen. Immerhin gilt Weihnachten als ein Fest der Liebe – und nicht als ein Fest der Kalorien. Planen Sie also lieber eine leichte Küche, mit Speisen, die Sie schon vorher gut vorbereiten können. Und wenn Gäste von außerhalb dazukommen, dann fragen Sie sie doch gleich, ob sie einen Beitrag zum gemeinsamen Essen leisten können. All dies kommt Ihrem Stresspegel zugute, aber auch Ihrer schlanken Linie und Ihrem Herz- und Kreislaufsystem.

Weihnachten hat auch etwas mit Ritualen zu tun. Überlegen Sie sich, welche Unternehmungen die Feiertage neben Essen und Beisammensein bereichern könnten und welche Rituale Sie fortführen oder vielleicht erst einführen möchten. Das kann der Kirchgang sein, der ausgedehnte Weihnachtsspaziergang oder auch ein Konzert- oder Theaterbesuch. Gerade über die Weihnachtstage werden viele Veranstaltungen angeboten. Wenn es in Ihrer Familie künstlerisch begabte Menschen gibt, können sie auch ein eigenes Programm mit Musikstücken, Gedichten oder Lieblingsgeschichten auf die Beine stellen.

Gehen Sie ins Freie. Herumsitzen in warmen Räumen bei viel Essen macht müde, schlapp und nicht selten auch unausgeglichen und reizbar. Wenn die ganze Familie drei Tage lang in der Wohnung verbringt, droht Lagerkoller. Bewegung an der frischen Luft bringt den Kreislauf in Schwung, hebt die Stimmung und hilft dem Körper beim Verarbeiten der Festtagsleckereien. Unternehmen sie ausgedehnte Winterspaziergänge, auch bei schlechtem Wetter, dann ist die Heimkehr in die gemütliche Wohnung besonders schön. Geben Sie den Kindern Gelegenheit sich auszutoben, etwa bei einer Schnitzeljagd, auf der Eisbahn oder beim Ausprobieren der Sportgeräte unter den Weihnachtsgeschenken im nächsten Park, und tanken Sie dabei selbst Energie.

Die letzte goldene Regel lautet: Überfrachten Sie nichts. Vor allem Jugendliche brauchen an den Feiertagen auch freie Zeit – auch für ihre Freunde. Lassen Sie ihnen diesen Freiraum. Und auch den meisten Erwachsenen tut es gut, wenn sie sich einmal ganz alleine zurückziehen und nach belieben etwas machen können, z. B. ein Buch lesen oder die Joggingschuhe aus dem Schrank holen, um schon vor Neujahr mit der Umsetzung guter Vorsätze zu beginnen.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 / 20 69 0.

 

15. - 31. Dezember 2009

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl