Nichtrauchen: Raucher werden immer jünger – Nichtraucher werden älter!

Um auf die Gefahren des Rauchens aufmerksam zu machen, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den 31. Mai zum Weltnichtrauchertag, einem jährlichen weltweiten Aktionstag gegen das Rauchen, ausgerufen. Um die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Thema zu lenken und die verschiedenen Aktivitäten entsprechend zu fokussieren, schlägt die WHO jährlich ein anderes Schwerpunktthema für den Weltnichtrauchertag vor.

2006 steht der Weltnichtrauchertag in Deutschland unter dem Motto: "Tabak - Tödlich in jeder Form".

Auch in diesem Jahr wird insbesondere der Blick darauf gerichtet, Kinder und Jugendliche vor dem Rauchen zu bewahren. Ein erster Erfolg ist schon zu verzeichnen. Erstmals wird weniger als in den Jahren zuvor geraucht. Die Raucherquote unter den 12- bis 17-Jährigen ist von 28 Prozent im Jahr 2001 auf 20 Prozent im Jahr 2005 zurückgegangen. Aber 20 Prozent rauchende Jugendliche, also jeder fünfte tut es, sind immer noch zuviel. Denn Kinder sind besonders anfällig für Gifte aus dem Tabakrauch, weil sich der Körper und die Organe noch in der Wachstumsphase befinden. Außerdem bilden sich bei ihnen leichter als bei Erwachsenen Nikotinrezeptoren im Gehirn aus. Eine hohe Menge an Nikotinrezeptoren aber erschwert das Aufhören.

Die zahlreichen Gefahren des Rauchens sind bekannt. „Krebs“ wird Ihnen wahrscheinlich als erstes einfallen. Obendrein sind jugendliche Raucher durch den Konsum von Zigaretten stärker gefährdet als Erwachsene. Neue Studien belegen, dass ein 13jähriges Mädchen, das raucht, ein höheres Risiko für eine Brustkrebs-Erkrankung hat als Frauen, die erst als Erwachsene zur Zigarette greifen. Selbst ein geringer Tabakkonsum erhöht das Risiko für Brustkrebs ganz erheblich. Jugendliche Raucherinnen und Raucher leiden außerdem deutlich häufiger unter Asthma als Gleichaltrige, die rauchfrei leben, fand ein deutsches Forschungsteam der Universität Ulm heraus. Der giftige Qualm schädigt auch stark die Blutgefäße und lässt das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall ansteigen.

Vielleicht aber fragen Sie als Eltern, ob Sie denn überhaupt noch Einfluss auf Ihre Kinder haben? Denn vielfach werden Warnhinweise von Jugendlichen als „uncool“ abgetan. Doch aktuelle Untersuchungen können Ihnen diese Angst nehmen: Sie zeigen, dass Eltern nach wie vor einen großen Einfluss auf das Rauchverhalten ihrer Kinder haben. Für Gespräche über das Rauchen gilt allerdings, das sie sich nicht zum „Verhör“ entwickeln dürfen. Bei Überlegungen, wie sie mit ihren Kindern zum Thema Rauchen ins Gespräch kommen, haben sich folgende Tipps als hilfreich erwiesen:

  • Geben Sie Ihren Sorgen Ausdruck, statt Vorwürfe zu machen.
  • Sagen Sie, was Sie nicht dulden werden und welche Konsequenzen bei Nichtbeachtung folgen würden.
  • Hören Sie Ihrem Kind zu, wenn es mit Ihnen sprechen möchte.
  • Fragen Sie Ihr Kind, welche Vorschläge es zur Problemlösung hat.
  • Ermuntern Sie Ihr Kind zum Aufhören.

Für Eltern, deren Kinder bereits regelmäßig rauchen, hat es sich bewährt, einen „Nichtraucher-Vertrag“ abzuschließen. Schafft es das Kind, für eine vereinbarte Zeit nicht zur Zigarette zu greifen, sollten die Eltern beispielsweise einen zuvor vereinbarten Wunsch erfüllen.

Wichtig ist die Botschaft „Nichtrauchen lohnt sich!“ Das ist auch die Devise, nach der das Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Projekte zur Förderung des Nichtrauchens in Rheinland-Pfalz unterstützt. Aktuell wurde der Schulwettbewerb „Auf dem Weg …“ ausgeschrieben, der die „Rauchfreie Schule“ fördert und gelungene Konzepte auf dem Weg zur rauchfreien Schule prämiert. Auch sind zwei großzügige Hauptpreise zu gewinnen. Der Einsendeschluss ist der 1. September 2006. Infos und Wettbewerbsunterlagen sind auf der LZG-Homepage unter www.lzg-rlp.deabzurufen.

Für Raucher und Raucherinnen, die Unterstützung beim Aufhören suchen, werden landesweit Nichtraucher-Kurse angeboten. Ein Beispiel ist das Konzept „Rauchfrei in 10 Schritten“, das schrittweise zum rauchfreien Leben führt. Die Kurskosten können zu 70 – 95 Prozent von Ihrer Krankenkasse getragen werden, nachfragen lohnt sich also. In einigen Regionen gibt es bereits Kurse, die sich speziell an Jugendliche richten und in Zusammenarbeit mit Schulen oder Jugendzentren angeboten werden. Nähere Informationen, Adressen und Veranstaltungstermine erhalten Sie über die Landeszentrale für Gesundheitsförderung oder Ihre Krankenkasse vor Ort.

Übrigens hält die LZG verschiedene pfiffige Postkarten zum Thema Nichtrauchen für Sie bereit, die Sie gegen Rückporto im Shop der LZG unterwww.lzg-rlp.de bestellen können. Die Motive sind auch als virtuelle Postkarten zu verschicken. Diesen Text finden Sie ebenfalls auf der Homepage.

Sie finden diesen und weitere Texte auch auf der Homepage der LZG unter www.gesundheitstelefon-rlp.de. Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131Mainz, Telefon 06131/2069-0. 

 

16. bis 31. Mai 2006