Tipps für den Hautschutz im Winter

Schneemassen, Eiseskälte und der härteste Wintereinbruch seit 40 Jahren: Der Winter hat das Land fest im Griff. Unsere Haut ist hierbei großen Belastungen ausgesetzt. Besonders gefährdet sind Zehen, Finger, Nase und Ohren. Diese sogenannten Akren, die am weitesten von der Körpermitte entfernten Körperteile, zeichnen sich durch eine große Hautoberfläche bei engen und dünnen Blutgefäßen aus. Sie sind besonders anfällig für Kälteschäden.

Der Kältereiz führt nämlich zu einer krampfhaften Verengung der Blutendgefäße. So kommt es zu einer Minderung der Blutzufuhr und zu einem Aneinanderkleben der Blutplättchen. In größerer Höhe, wie beim Skifahren in den Bergen, stellt sich zudem ein akuter Sauerstoffmangel ein, der die Blutversorgung weiter verringert. Eine Verlangsamung und im Extremfall ein Stillstand des ernährenden und erwärmenden Blutstroms kann die Folge sein. In dieser Situation besteht die Gefahr der Eiskristallbildung: Die Minustemperaturen draußen gehen auf Finger, Füße usw. über und führen dort zu Erfrierungen. Diese werden in drei Grade eingeteilt:

1. Grad: Die Haut wird kalt und blass, da die Blutversorgung unterbunden ist. Dies schmerzt zuerst, doch dann stellt sich mit der Zeit eine Gefühllosigkeit ein. Bei Wiedererwärmung wird die Haut rot, es kommt dabei zu leichten Schmerzen und zu Juckreiz.            

2. Grad: Sofort oder nach einigen Stunden kommt es zur Bildung von Blasen, die ohne Narbenbildung abheilen können.

3. Grad: Hier stellt sich der so genannte Frostbrand ein: Die Haut stirbt bis in die Tiefe hinein ab. Dabei bilden sich entweder blaurote Blutblasen oder eine trockene Mumifikation. Ein solcher Frostbrand heilt nur mit Narbenbildung ab, manchmal aber erfordert er sogar eine Amputation der geschädigten Köperstelle.

Wichtig bei Eiseskälte ist daher das richtige Verhalten: Wärmen Sie die Körperstellen, die zu viel Kälte abbekommen haben, langsam auf, am besten im lauwarmen Wasserbad. Kräftiges Massieren sollten Sie jedoch unterlassen, denn die geschädigten Körperstellen reagieren jetzt sehr empfindlich auf mechanische Einwirkungen. Auch das früher übliche Einreiben mit Schnee ist falsch, denn das verstärkt den Kälteschaden nur noch. Wenn kalte Bereiche nicht wieder warm werden oder wenn sich sogar Blasen bilden, sollten Sie ärztliche Hilfe suchen. Die Ärztin oder der Arzt hat die Möglichkeit, eine Infusion mit gefäßerweiternden Mitteln zu verabreichen und andere Notfallmaßnahmen zu treffen.

Akute Erfrierungen entstehen meist durch Temperaturen unter null Grad. Andere Kälteschäden bilden sich schon bei Temperaturen weit über dem Gefrierpunkt, vor allem wenn über längere Zeit Wind und Nässe hinzukommen. Hierzu gehört z. B. die Frostbeule, medizinisch Pernio genannt. Frostbeulen sind rundliche teigige Schwellungen, die unter der Haut der Akren, also der Finger, Zehen, Ohren, Nasenspitze und eventuell auch an den Wangen, entstehen können. Sie können über Wochen hinweg anhalten, was unangenehm ist, weil sie im Warmen jucken und brennen.

Wer an einer Frostbeule leidet, sollte die betroffene Stelle warm halten und vor weiterer Kälte schützen. Kratzen Sie nicht, sondern behandeln Sie den Juckreiz mit einer entsprechenden Salbe, die auch gegen Mückenstiche hilft. Gegen stark schmerzende Frostbeulen hält Ihre Ärztin oder Ihr Arzt weitere medikamentöse Möglichkeiten bereit. Einer Frostbeule können Sie vorbeugen, indem Sie die gefährdeten Körperteile gut vor Kälte und Feuchtigkeit schützen. Haben Sie einen Beruf, in dem Sie viel draußen arbeiten, aber meist keine Handschuhe tragen können, sollten Sie jede Gelegenheit zum Aufwärmen der Hände nutzen. Hilfreich sind dafür etwa kleine Taschenwärmer oder dicke Fäustlinge, die Sie zwischendurch immer wieder anziehen. Auch Pulswärmer helfen, die Durchblutung der Hände zu fördern.

Halten Sie im Winter generell Hände und Füße warm. Wählen Sie Schuhe, Handschuhe und Kleidung, die weit genug sind. Ziehen Sie nach dem Zwiebelprinzip über die dünnen normalen Socken noch dicke Wintersocken, bevor Sie in die Winterschuhe schlüpfen. Halten Sie Kleidung und Schuhe trocken und gehen Sie nach Hause, wenn Sie Nässe abbekommen haben. Die Nasenspitze ist durch die Einwirkung von Feuchtigkeit besonders gefährdet. Nehmen Sie immer ein Taschentuch mit und halten Sie die Nase trocken. Rauchen Sie nicht in der Kälte, sonst verengen sich ausgerechnet die sowieso schon gefährdeten Blutendgefäße noch mehr. Schützen Sie alle nicht bekleideten Körperstellen mit einer fetthaltigen Creme.

Andere unangenehme Winterschäden sind Schrunden (medizinisch Rhagade), die sich als spaltförmige Einrisse der Haut, meist in der Nähe der Fingernägel, zeigen. Schrunden sind ungefährlich, aber schmerzhaft. Sie entstehen, wenn durch die Kälte feine Hautrisse an den Fingerkuppen auftreten, die sich bei zusätzlicher Beanspruchung, durch z.B. Abspülen oder Putzen, erweitern und vertiefen. Diese tieferen Hautrisse verhornen an den Rändern und verheilen deswegen schlecht. Am besten entfernen Sie feste Hornhautränder mit einer feinen Hautschere, tragen eine harnstoffhaltige Salbe auf die Schrunden auf und bedecken diese über Nacht mit einem Pflaster. Pflegen Sie im Winter die Hände jederzeit gut mit einer leicht fettenden Handcreme.

Die Hautpflege sollten Sie im Winter sowieso großschreiben. Denn außer durch die Kälte draußen wird die Haut durch die trockene Wärme in Innenräumen belastet. Sorgen Sie deswegen im Haus für Luftbefeuchter, damit die Haut nicht zu sehr austrocknet. Wenden Sie nachts eine Feuchtigkeitscreme an und tragen Sie tagsüber eine Fettcreme auf, wenn Sie ins Freie gehen. So sollten Sie gut durch den Winter kommen. 

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 2069-0.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

 

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Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl 

01.-15.01.2011