Allergieauslöser Weihnachtsdüfte, Duftkerzen, Lampenöle

Noch aus Kindertagen wissen wir, wie Weihnachten duftet: Nach frischem Harz, der an den Tannenzweigen klebt. Nach Lebkuchen, die gerade aus dem Ofen kommen. Nach Orangen, Zimt und Nüssen. Gerüche, die wir mit schönen Erinnerungen verbinden, heben unsere Stimmung.  Daher gibt es mittlerweile viele künstliche Duftquellen, wie Raumdeos, Duftkerzen, Öle und Sprays, die unsere Umgebung angenehmer gestalten sollen.

Doch nicht nur in der eigenen Wohnung sorgen Aromaspender für wohlige Atmosphäre, auch im öffentlichen Raum kann man den künstlichen Düften oft gar nicht mehr entkommen. Sie werden auch als Kaufanreiz eingesetzt. So duftet die Brotecke im Supermarkt nach frischen Brötchen, obwohl dort gar kein Backofen steht, über der Weihnachtsabteilung im Kaufhaus liegt ein leichter Duft nach Vanille, Zimt und Mandeln, der Weihnachtsgefühle hervorrufen soll, und im Reisebüro duftet es kaum wahrnehmbar nach Kokos, um das Fernweh anzukurbeln. Künstliche Düfte gibt es also überall und das ganze Jahr über. Allerdings sind die Duftwolken zur Weihnachtszeit besonders dicht und allgegenwärtig.  

Was der Nase gefällt, muss für die Gesundheit aber nicht automatisch gut sein. Manche duftenden Produkte lösen Kontaktallergien oder asthmatische Beschwerden beim Einatmen aus. Und deswegen beginnt für Menschen die auf Duftsstoffe empfindlich reagieren nun eine beschwerliche Zeit.  

Eine Studie des Umweltbundesamtes hat gezeigt, dass es mindestens eine halbe Million Duftstoff-Allergiker gibt. Allerdings ist noch nicht bekannt, ob die Duftstoffe nur bei Berührung der Haut eine allergische Reaktion auslösen, oder ob dies auch für das Einatmen gilt. Beobachtungen legen dies jedoch nahe. Das Umweltbundesamt hat zudem 26 Duftstoffe herausgefiltert, die als besonders allergieauslösend gelten. Allerdings haben die Allergiker kaum eine Chance, die für sie kritischen Stoffe zu meiden. Denn 2.500 bis 3.000 Substanzen setzt die Industrie ein, um daraus Düfte zu erstellen. Einzelne Produkte können aus bis zu mehreren hundert Duft-Substanzen bestehen. Wie das Zusammenwirken dieser Düfte auf unsere Gesundheit wirkt, ist noch nicht erforscht.   

In der Einzelanwendung sind die Konzentrationen der Duftstoffe in der Regel zu niedrig, um akute gesundheitliche Effekte hervorzurufen. Durch den wiederholten und verbreiteten Einsatz der Duftstoffe sind jedoch zumindest langfristige, bisher noch nicht erkannte Effekte möglich. So befürchten die Experten, dass nicht nur allergische Reaktionen auftreten können, sondern sich die Duftstoffe im Fettgewebe anreichern. Auch können die Düfte den sensiblen Trigeminusnerv im Gesicht reizen. Durch die Düfte können auch Kälte- und Schmerzempfänger an der Haut oder an der Mundschleimhaut irritiert werden.  

Daher sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Meiden Sie Aromakerzen und künstliche Duftspender, deren Inhaltsstoffe Sie nicht erkennen können. Benutzen Sie zur Aromatherapie lieber natürliche Öle.
  • Wenn Sie auch auf natürliche Düfte allergisch reagieren, meiden Sie alle Produkte, die diesen Duft enthalten könnten.
  • Kaufen Sie Lampenöle und Kerzen ohne Duftzusatz. Das warme Licht und der Geruch der Flamme sorgen auch schon für weihnachtliche Stimmung.
  • Benutzen Sie keine „Lufterfrischer“.  Denn die Luft wird durch sie nicht frischer oder besser. Der schlechte Geruch wird nur verschleiert. Und die dauerhaften Effekte der künstlichen Raumluft auf die Gesundheit konnten noch nicht getestet werden.
  • Besser ist es häufig zu lüften. Ein abgestandener Geruch in der Wohnung ist ein Zeichen für Sauerstoffmangel – also Zeit, die Fenster zu öffnen. Auch ein Weihnachtsputz sorgt für einen feinen, frischen Geruch in der Wohnung.
  • Wenn Sie unter Asthma oder einer schweren Allergie leiden, sollten Sie noch stärker als andere Menschen darauf  achten, duftfreie Varianten von Kerzen, Ölen, aber auch Waschpulvern und Putzmitteln zu benutzen.
  • Wenn Sie nun auf natürliche Weise für etwas Weihnachtsstimmung in der Wohnung sorgen möchten, dann spicken Sie doch einmal eine Orange mit Nelken. Sie verströmt einen dezenten unaufdringlichen Duft. Auch Tannengrün oder ein Tannenzapfen, der  auf die Heizung gelegt wird, sorgen ganz natürlich für Weihnachtsduft.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 / 20 69 0.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl  

1. - 15. Dezember 2009