Was beeinflusst den Cholesterinspiegel?

Fette sind für den menschlichen Organismus lebensnotwendig. Wer jedoch täglich zu fettreich isst, bei dem kann es zu gravierenden Folgen kommen, indem sich der Cholesterinspiegel im Blut erhöht. Dadurch entstehen Ablagerungen in den Blutgefäßen, die gefährlich für die Gesundheit sind. Die Gefäße verkalken und die Blutversorgung ist gefährdet. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Zudem können verengte Blutgefäße einen Bluthochdruck herbeiführen

, der ebenfalls gesundheitsschädigend ist. Ein erhöhter Cholesterinspiegel wird über eine Blutprobe festgestellt, etwa im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung „Check-up 35 plus“. Den Gesundheitscheck bieten die gesetzlichen Krankenversicherungen allen Mitgliedern ab 35 Jahren an.

Cholesterin ist an LDL- und HDL-Proteine gebunden. Das LDL-Protein wird umgangs-sprachlich "schlechtes Cholesterin" genannt, das HDL-Protein wird landläufig als "gutes Cholesterin" bezeichnet. Wird im Labor eine hohe Menge des LDL-Cholesterins und eine niedrige Menge des HDL-Cholesterins festgestellt, ist es wichtig, mit einer Therapie zu beginnen. Dazu stehen Ihnen selbst einige Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst bezüglich der Ernährung:

Einen großen Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut haben gesättigte Fettsäuren. Diese kommen vor allem in fettem Fleisch, Käse, Butter und anderen tierischen Fetten vor. Pflanzliche Fette sind im Allgemeinen besser geeignet, vor allem Olivenöl, Sonnenblumenöl und Rapsöl. Den besten Effekt erzielen Sie, wenn Sie diese ungesättigten Pflanzenöle im Rahmen einer mediterranen Küche einsetzen, mit viel Gemüse, Salat, Obst und Vollkornprodukten.

Das Frühstücksei galt lange Zeit als Hochtreiber des Cholesterinspiegels. Vor allem der hohe Cholesteringehalt des Eis wurde dafür verantwortlich gemacht. Eine aktuelle große Studie aus dem Jahr 2013 gibt teilweise Entwarnung: Das Frühstücksei ist nicht am erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall schuld, auch wenn es täglich genossen wird. Denn das über die Ernährung zugefügte Cholesterin trägt nur in geringem Maße an der Konzentration des schädlichen LDL-Cholesterins im Blut bei. Grundsätzlich aber kommt es darauf an, ob das Cholesterin bereits erhöht ist und ob weitere Grunderkrankungen vorliegen. Wer unter Diabetes leidet, sollte auf das tagtägliche Frühstücksei verzichten. Ebenso wenn Sie bereits an Gefäßverkalkung, der sogenannten Arteriosklerose, vor allem an den Herzkranzgefäßen, leiden. In diesen Fällen, so rät die amerikanische Herzgesellschaft AHA (American Heart Association), sollten nicht mehr als zwei Eier pro Woche gegessen werden.

Um die Blutfettwerte wieder in den Griff zu bekommen, ist aber auch die körperliche Betätigung wichtig. Denn durch Sport und Kreislauftraining werden im Körper etliche Substanzen verstärkt aktiviert, die sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Zudem wird durch Bewegung mehr des guten Cholesterins gebildet, das wie ein Taxi den Abtransport des schädlichen Cholesterins zur Leber ermöglicht, wo dieses dann im Prozess des Stoffwechsels verarbeitet wird. Damit sinkt die Menge des schädlichen LDL-Cholesterins.

Als dritte Einflussmöglichkeit kommt es auf Ihre innere Gelassenheit an. Cholesterin wird nämlich auch ohne Zufuhr von außen im eigenen Organismus hergestellt, vor allem aufgrund von erhöhtem psychischen Stress. Dieser lässt sowohl kurzfristig als auch über einen Zeitraum von einigen Jahren den Cholesterinspiegel ansteigen. Entspannungsübungen, aber auch regelmäßiges körperliches Training helfen hier.

Sollten eine Umstellung der Ernährung, mehr Bewegung und Entspannungsverfahren nicht zum Erfolg führen, wird Ihr Arzt mit Ihnen die Möglichkeit einer Behandlung mit Cholesterinsenkern ins Auge fassen. Dies gilt auch für die angeborene vererbte Form eines erhöhten Cholesterinspiegels. Wird ein erhöhter Cholesterinspiegel festgestellt, obwohl Sie sich gesund ernähren, könnte es sich um diese angeborene Form handeln. In diesem Fall gibt es als letzte Option noch die sogenannte LDL-Apharese, aber nur dann wenn alle bislang genannten Behandlungsmethoden, inklusive der Gabe von Medikamenten, nicht zum Erfolg geführt haben. Dabei wird das Fett mit einer Dialyse aus dem Blut gewaschen. 

 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker 

16. bis 31. Mai 2013