Heiße Luft fürs Wohlbedinden - Wie Sauna die Gesundheit stärkt

Wenn Schnee, Eis und Kälte den Aufenthalt im Freien ungemütlich machen, gibt es einen guten Tipp: Bringen Sie Ihren Körper dazu, dass ihm die Kälte weniger ausmacht, indem Sie regelmäßig in die Sauna gehen. Die Überwärmung und die anschließende Erfrischung trainieren die Blutgefäße. Das hilft dem Körper, sich besser an die winterlichen Temperaturen anzupassen.

Menschen, die regelmäßig in die Sauna gehen, gelingt es nach einem Aufenthalt im Freien besonders schnell, sich von selbst wieder  aufzuwärmen. Außerdem bringt regelmäßiges Saunieren so manchen gesundheitlichen Vorteil mit sich. Vor allem stärkt es das Immunsystem, weshalb Saunagänger widerstandsfähiger gegen Erkältungen sind. Auch  der Kreislauf wird angekurbelt. Und abends nach dem Saunagang, wenn man gemütlich im Bett liegt, fallen einem über der Gutenachtlektüre schnell die Augen  zu. Mit Hilfe von EEG-Untersuchungen wurde bewiesen: Fleißige Saunagänger sind entspannter und schlafen besser als Saunaabstinenzler.

Für einen klassischen Saunabesuch brauchen Sie zwei große Handtücher, einen kuscheligen Bademantel, Badeschuhe und Getränke. Bikini oder Badehose benötigen Sie nur, wenn Sie vorher noch ein paar Runden im Schwimmbecken ziehen wollen. In die Saunakabine selbst gehen Sie jedoch unbekleidet, draußen ziehen Sie den Bademantel über. Für Besucherinnen, die unter sich bleiben wollen, gibt es spezielle Saunatage für Frauen.

Bevor Sie den Saunaraum das erste Mal betreten, ist eine Dusche selbstverständlich. Danach sollten Sie sich abtrocknen. Gehen Sie nicht mit nassem Körper in die Sauna, das schwächt den Effekt. In der Kabine wählen Sie am besten zunächst die unterste Bank, dort ist die Temperatur mit etwa 60 °C am niedrigsten. Sind Sie trainierter, können Sie auch die mittlere oder oberste Bank nehmen, hier wird es bis zu 90 °C heiß. Breiten Sie ein Badetuch aus und legen sie sich mit dem Rücken darauf. Bleiben Sie 8 bis 12 Minuten ruhig liegen. Dann setzen Sie sich auf, bleiben noch eine Minute sitzen und gehen hinaus.

Wichtig ist nun die Abkühlung. Stellen Sie sich erst einmal unbekleidet ins Freie oder in den Frischluftraum. Dann spritzen Sie sich mit lauwarmem bis kaltem Wasser aus der Dusche oder aus dem Schlauch ab. Duschen Sie aber nicht warm, da sich sonst kein Trainingseffekt einstellt. Sind Sie sehr abgehärtet, können Sie auch ins eiskalte Tauchbecken springen. Danach packen Sie sich in Ihren Bademantel ein und legen sich auf eine Liege in den Ruheraum. Nach einer halben Stunde ist der nächste Saunagang dran. Üblich sind insgesamt zwei bis drei Saunagänge. Trinken ist bei der letzten Nachruhe erlaubt. Wählen Sie einen Fruchtsaft mit Wasser oder ein isotonisches Getränk, um den Mineralstoffverlust auszugleichen.

Bei der hier beschriebenen klassischen finnischen Sauna sind die Lufttemperaturen hoch, die Luftfeuchtigkeit dafür aber gering. Andersherum verhält es sich im Dampfbad. Hier herrscht schwüle Wärme bei einer Temperatur von 45 °C  und hoher Luftfeuchtigkeit. Das Dampfbad ist gut nach sportlicher Anstrengung geeignet, denn es lockert die Muskeln. Oft werden den Dämpfen Kräuteraromen zugesetzt, dies wirkt sich positiv auf die Atemwege aus. In einem Sanarium wiederum finden Sie eine Mischform aus Sauna und Dampfbad vor, die Lufttemperatur liegt bei 60°C, die Luftfeuchtigkeit ist mit 40 bis 45 Prozent im mittleren Bereich. Wichtig: Nach dem Besuch eines Dampfbades oder eines Sanariums duschen Sie sich mit lauwarmem Wasser ab.

Neuerdings gibt es bei uns auch immer öfter die orientalische Variante der Sauna, den sogenannten Hamam. Hierbei sitzen oder liegen Sie auf einem Marmorblock und genießen eine feucht-warme Luft von 45 °C. Im Hamam sollten Sie sich unbedingt eine Massage vom Bademeister, dem Tellak, gönnen. Er reinigt die Haut mit einem Handschuh und dem feinen Schaum einer Olivenseife. Zwischendurch erfrischt er Sie mit ein paar angenehm kalten Güssen.

Allerdings darf nicht jeder Mensch in die Sauna gehen. Wer akut erkältet und fiebrig ist, sollte darauf verzichten. Auch bei Herzschwäche, schweren Herzrhythmusstörungen und in den ersten drei Monaten nach einem Herzinfarkt ist der Saunabesuch untersagt. Bei Hauterkrankungen und einer Schilddrüsenüberfunktion sollten Sie Ihren Arzt fragen. Dies gilt auch für Asthmaerkrankungen. Generell kann Sauna bei Asthma hilfreich sein, wenn Ihr Arzt es Ihnen erlaubt. Zur Sicherheit sollten Sie aber das Notfallspray mit in die Saunakabine nehmen.

Eine feste Altersgrenze nach oben oder unten gibt es beim Saunieren übrigens nicht. Zwar wird in Deutschland empfohlen, Kinder unter zwei Jahren nicht mitzunehmen, weil sich der kleine Körper zu schnell aufheizt. Die Finnen allerdings gehen schon mit Babys ins warme Vergnügen. Auf der anderen Seite können auch über 80-Jährige noch saunabaden und damit ihre Lebensqualität im Alter erheblich verbessern. Um ganz sicher zu sein, ob die Sauna für Sie oder für Ihr Kind geeignet ist, sollten Sie sich vor dem ersten Mal ärztlich beraten lassen.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131 2069-0.

 

16.01.-31.01.2011

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl