Sie fühlen sich schlapp und müde? Dann haben Sie auch noch eine Erkältung nach der anderen? Überhaupt machen Ihnen die dunklen Tage und das triste Novemberwetter zu schaffen? Aber vielleicht liegt die Ursache Ihrer Beschwerden gar nicht an der Jahreszeit.

Hinter einer chronischen Müdigkeit kann nämlich unter anderem ein Eisenmangel stehen. Von Eisenmangel ist nach europäischen Untersuchungen etwa jede dritte Frau im gebärfähigen Alter betroffen. Auch Männer können diese Symptome bekommen, allerdings deutlich seltener als Frauen.

Eisen ist ein Spurenelement, das heißt, man benötigt das Metall in nur kleinster Menge. Für die normalen Zell- und Organfunktionen ist es unerlässlich. Im Organismus nimmt es viele bedeutende Schlüsselfunktionen ein, hauptsächlich den Sauerstofftransport und den Energiestoffwechsel. Die richtige Menge an Eisen im Körper sorgt für Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Wenn die Eisenvorräte im Körper erschöpft sind, treten Beschwerden auf, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Blässe. Des Weiteren verändern sich Haut und Schleimhäute. Haare werden brüchig, Nägel reißen ein und es bilden sich Dellen darin. Die Haut wird trocken. Außerdem reißen die Mundwinkel ein, die Zunge kann brennen und auch Schluckstörungen können Anzeichen von Eisenmangel sein.

Der Körper kann Eisen nicht selbst herstellen, er ist darauf angewiesen, dass wir es über die Nahrung aufnehmen. Normalerweise ist es hier auch in ausreichender Menge vorhanden. Zu einem Eisenmangel kommt es am häufigsten durch regelmäßigen Blutverlust. Frauen wissen hier allmonatlich ein Lied davon zu singen. Aufgrund ihrer Periode ist Eisenmangel ein typisch weibliches Symptom. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch aus anderen Gründen zu chronischen Blutungen kommen kann. Hämorrhoiden, Magengeschwüre, Tumore, Krampfadern in der Speiseröhre beispielsweise können zu einem regelmäßigen Blutverlust und damit auch zu einem Eisenmangel führen.

Eine andere häufige Ursache liegt in einem erhöhten Eisenbedarf, wie ihn etwa Sportler haben. Aber auch Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche am Ende der Pubertät sind hiervon betroffen, da sie sich oftmals gerade in einem Wachstumsschub befinden. Dem Eisenmangel von Säuglingen kann übrigens nach einer neuesten Studie aus Schweden vorgebeugt werden, indem die Nabelschnur erst nach drei Minuten und nicht unmittelbar nach der Geburt abgeklemmt wird. Der gute Eisenstatus solcher Kinder ist noch Monate nach der Geburt nachweisbar.

Auch werdende Mütter benötigen verstärkt Eisen in der Schwangerschaft. Fehlt ihnen das Spurenelement ist ihre Lebensqualität eingeschränkt, weil sie die Zeit als besonders anstrengend und kräftezehrend erleben. Eisenmangel liefert zudem ein erhebliches Risiko für Frühgeburten und weitere Komplikationen in der Schwangerschaft.

Ein weiterer Grund für Eisenmangel ist eine schlechte Eisenaufnahme. Nach einer Magenoperation kann diese gestört sein, und ebenfalls bei Erkrankungen des Darms wie Zöliakie, Glutenallergie, Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa. Und schließlich kommt es auch darauf an, dass genügend Eisen in der Nahrung vorhanden ist. Das in Pflanzenprodukten vorkommende Eisen ist manchmal schlechter zu verwerten als das aus Tierprodukten. Es kann deswegen sein, dass Vegetarier unter Eisenmangel leiden.

Eisenmangel wird üblicherweise über das Blut gemessen. Bestimmt wird hier das so genannte Serumeisen. Bei Männern bewegt sich der Normbereich zwischen 55 und 156 Mikrogramm pro Deziliter Blut (μg/dl), bei Frauen zwischen 33 und 145 μg/dl. Liegt Ihr Wert deutlich unterhalb dieses Bereichs, wird Ihnen Ihr Arzt im Allgemeinen eine Eisentherapie empfehlen. Dabei sollten Sie über etwa 12 Wochen hinweg Eisentabletten einnehmen, am besten morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück, mit einem Glas Orangensaft. Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme, Milch, Kaffee und Tee verschlechtern sie. Auch die gleichzeitige Einnahme von Vitamin E ist nicht empfehlenswert. Trinken Sie viel während Ihrer Eisentherapie, denn die Präparate können Ihren Stuhl eindicken und schwarz färben. Essen Sie auch viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, sie enthalten stuhlregulierende Ballaststoffe. Um einem Eisenmangel vorzubeugen, sollten Sie auf Ihre Ernährung achten. Die wichtigsten Eisenlieferanten sind Fleisch, Brot oder Getreide, Hülsenfrüchte und einzelne Gemüse, vor allem Kartoffeln, Blumenkohl und Sauerkraut. Ihren Tagesbedarf an Eisen können Sie zum Beispiel mit einhundert Gramm Salzhering, zweihundert Gramm Hirse oder Sojabohnen decken. Eine Mischkost aus Fleisch und vegetarischer Kost ist empfehlenswert.

 

16.-30. November 2012

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker