Reiseschutzimpfung - Empfehlungen

Urlaub ist etwas Wunderschönes. Andere Länder, andere Natureindrücke, andere Sitten – aber leider auch: andere Krankheitserreger. Vor diesen können Sie sich jedoch schützen, wenn Sie bei Ihren Vorbereitungen frühzeitig, am besten sechs Wochen vor Reiseantritt, an Ihren Impfschutz denken! Zunächst ist es wichtig, dass Sie Ihre Grundimmunisierung, die Sie als Kind erhalten haben, auffrischen.

Gegen Wundstarrkrampf, also Tetanus, sowie gegen Diphtherie sollten Sie sich alle zehn Jahre impfen lassen. Gegen Kinderlähmung und Keuchhusten ist eine einmalige weitere Impfung notwendig. Alle nach 1970 geborenen Personen benötigen zudem eine Impfung gegen Masern, denn das Masernvirus befällt nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene. Den über 60jährigen wiederum ist eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken zu empfehlen, sowie jeden Herbst eine Grippeimpfung.

Kommen wir nun zu den speziellen Reiseimpfungen. Die beliebtesten Urlaubsziele liegen vor unserer Haustür: in Deutschland, seinen Nachbarstaaten und den Mittelmeerländern. Aber, obwohl so nah, können auch hier zusätzliche Impfungen sinnvoll sein. Die FSME-Impfung, gegen eine von Zecken übertragene Hirnhaut- oder Hirnentzündung, empfehlen wir, wenn Sie einen Wanderurlaub oder naturnahen Urlaub in Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen oder auch in der Schweiz, in Österreich, Skandinavien oder Osteuropa planen. In den Mittelmeerländern sollten Sie an eine Impfung gegen Hepatitis A denken. Das Centrum für Reisemedizin empfiehlt diese dringend vor allem für Reisende in die Türkei. Denn dort ist das Risiko, an dieser Form der Gelbsucht zu erkranken, um bis zu 50mal so hoch wie bei uns. Hepatitis A-Erreger sind in verunreinigten Lebensmitteln zu finden. In ländlichen Gebieten der Türkei ist auch an eine Impfung gegen Typhus zu denken, um sich gegen eine schwere Erkrankung des Verdauungstraktes zu schützen.

Im Osten von Polen, in Osteuropa, im Baltikum, dem Balkan und seit kurzem auch in Norditalien kann die Tollwut zu einer Gefahr werden. Mit Tollwut-Erregern kommen Sie aber meist nur dann in Berührung, wenn Sie Kontakt zu einem befallenen Tier haben. Vor allem tollwütige Tiere wirken krankheitsbedingt oft mitleiderregend, sie sind meist abgemagert, zittrig und ängstlich. Wenn Sie befürchten, von einem tollwütigen Tier gebissen oder gekratzt worden zu sein, dann suchen Sie sofort einen Arzt auf. Nur die Impfung kann helfen –  aber auch direkt nach dem Kontakt und vor Ausbruch von Krankheitsanzeichen kann noch geimpft werden.

Kommen wir zu den Fernreisen. Wer in die Tropen reist, muss sich um einen Malariaschutz kümmern. Der Malariaerreger wird von einer bestimmten Tropenmücke übertragen und führt zu einer lebensgefährlichen fiebrigen Infektion. Hiervor kann zwar kein Impfstoff schützen, wohl aber gibt es vorsorglich einzunehmende Medikamente. Weil in unterschiedlichen Gebieten verschiedene Varianten des Malariaerregers leben, sollten Sie den Malariaschutz genau mit Ihrem Arzt abstimmen.

Fernreisende nach Asien, Afrika oder Lateinamerika sollten sich generell gegen Hepatitis A, sowie meist auch gegen Kinderlähmung, Typhus und Tollwut impfen lassen, sowie zusätzlich bei längeren Reisen gegen Hepatitis B. Speziell für die Reisen nach Lateinamerika und Afrika gibt es für einige Länder eine Impfpflicht gegen Gelbfieber. Der Impfnachweis ist eine Bedingung, dass Sie in diese Länder einreisen dürfen. Die Gelbfieber-Impfung darf nur durch speziell weitergebildete Ärzte verabreicht werden, erkenntlich durch die Bezeichnung „Gelbfieber-Impfstelle“. Bei Reisen in ländliche Gebiete von Süd- und Südostasien wiederum ist eine Impfung gegen die japanische Enzephalitis – eine durch Viren ausgelöste Tropenerkrankung – sinnvoll. Auch eine Cholera-Schluckimpfung bei Reisen nach Süd-Asien und Afrika ist angeraten. Für das tropische Afrika schlussendlich wird ein Impfschutz gegen Meningokokken empfohlen.

Das waren nun allgemeine Tipps, um Ihnen eine grobe Orientierung zu bieten. Vor allem bei Fernreisen in ländliche Gebiete empfehlen wir, die Impfungen mit medizinischem Fachpersonal zu besprechen, das sich auf Reisemedizin spezialisiert hat. Sogar manche Apotheken haben reisemedizinisch geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beratungsstellen finden Sie beispielsweise auf der Homepage des Centrums für Reisemedizin – www.crm.de. Auch in der Abteilung für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Mainz, Telefon: 06131-179152, erhalten Sie eine reisemedizinische Beratung. Und sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse, denn jede zweite gesetzliche Krankenkasse erstattet freiwillig die Impfungen für den privaten Auslandsurlaub.

 

16. bis 30. Juni 2012

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) 

Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Marielle Becker