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Hitzealarm – wie kann ich mich schützen?

Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser spezielles Sommerthema lautet: Hitzealarm – wie kann ich mich schützen?

Der Juli ist der erste richtige Sommermonat. Grund genug, sich einmal damit zu befassen, wie Sie sich vor den Auswirkungen der Hitze schützen können.

Viel Trinken

Bei „normalen“ Temperaturen verliert unser Körper über den Urin durchschnittlich zwei Liter. Kommt im Sommer das Schwitzen hinzu, vor allem bei körperlicher Bewegung, kann der Flüssigkeitsverlust problemlos auf über fünf Liter ansteigen. Diese Menge müssen Sie wieder ersetzen. Trinken Sie also am besten regelmäßig über den Tag verteilt, und zwar auch dann, wenn Sie noch keinen Durst haben. Da Sie mit dem Ausscheiden an Flüssigkeit auch Mineralien verlieren, eignen sich am Besten so genannte isotonische Durstlöscher. Aber auch Apfelschorlen oder andere Fruchtsäfte mit Wasser gemixt sind hervorragende Mineralien-Lieferanten.

Zu heiß

Wer sich zu lange der direkten Sonneneinwirkung aussetzt, riskiert einen Sonnenstich. Dieser kann dann auftreten, wenn der ungeschützte Kopf zu lange der Sonne ausgesetzt wurde. Die Sonnenstrahlen können nämlich zu einer Hirnhautreizung oder zu einer Hirnhautentzündung führen. Beschwerden, wie etwa ein roter und heißer Kopf, Nackensteife, Schwindel und Übelkeit können erste Warnzeichen sein, die auf einen Sonnenstich hindeuten. Die übrige Körperhaut ist dabei gleichzeitig auffallend kühl. Besonders gefährdet sind Menschen mit schütterem Haar, sowie Kinder. Vorsicht: Bei den Kleinen können die typischen Anzeichen eines Sonnenstiches auch erst später auftreten, wenn sie schon längst wieder im Kühlen sind.

Haben Sie einen Sonnenstich, ziehen Sie sich auf jeden Fall ins Kühle zurück. Kühlen Sie den erhitzten Kopf zusätzlich mit feuchten Tüchern und legen Sie sich ruhig hin. Falls die Beschwerden nicht innerhalb der nächsten Stunden zurückgehen, rufen Sie einem Arzt.

Richtig essen

Wissenschaftler des Instituts für Ernährungswissenschaften empfehlen bei hochsommerlichen Temperaturen eine vegetarische Kost. Verständlich, denn ein Schnitzel oder eine Bratwurst zu verdauen, ist für den Körper zusätzlich anstrengend und treibt die Temperatur im Körperinneren weiter in die Höhe. Greifen Sie lieber zu frischem Obst und Gemüse. Das Sommerobst ist zudem reich an Mineralien, und hilft so, den durch das Schwitzen bedingten Mineralstoffverlust auszugleichen.

Richtig schlafen

Den meisten von uns fällt bei diesen heißen Sommertemperaturen das Einschlafen schwer. Normalerweise sinkt nämlich unsere Körpertemperatur am Abend um 1 Grad, da unser Organismus über die Haut Wärme nach Außen abgibt. Wenn das aber nicht möglich ist, weil die Außentemperatur zu hoch ist, funktioniert dieser Mechanismus nicht und uns ist einfach zu warm, um einschlafen zu können.
Aber Sie können dennoch einiges tun, um die nötige Bettschwere zu bekommen. So ist es beispielsweise sinnvoll, abends moderaten Ausdauersport zu betreiben. Übertreiben Sie  es aber nicht, sonst stimulieren Sie Ihren Kreislauf so sehr, dass Ihnen vor dem zu Bett gehen nur noch wärmer ist und Sie erst recht kein Auge zu bekommen.

Essen Sie nichts, was Ihnen abends zu schwer im Magen liegt; also keine zu fetten und zu kohlehydratreichen Speisen vor der Bettruhe. Auch auf Alkohol sollten Sie weitgehend verzichten, da er Sie eventuell am Durchschlafen hindert. Besser ist es, Sie nehmen eine Magnesium-Brausetablette, die Sie zuvor in einem Glas Wasser aufgelöst haben. Magnesium ist gut für die Nerven und reguliert den Blutdruck. Das altbewährte Glas Milch vor der Nachtruhe hilft übrigens nachweislich beim Einschlafen und ist deshalb auch empfehlenswert.
Halten Sie das Schlafzimmer kühl. Dunkeln Sie wenn möglich die Fenster ab, damit sich der Innenraum während des Tages nicht zu sehr aufheizt. Nachts können Sie die Fenster geöffnet lassen. Nur achten Sie darauf, dass keine zu starke Zugluft entsteht, sonst wachen Sie am Morgen mit Verspannungen auf. Das gilt übrigens auch fürs Nacktschlafen: Durch die Verdunstungskälte des eigenen Körpers können Sie sich verkühlen, wenn nicht sogar eine Erkältung bekommen. Also, duschen Sie vor dem zu Bett gehen lauwarm, damit Sie Ihren Kreislauf nicht wieder zu sehr anregen, ziehen Sie einen dünnen Baumwoll-Schlafanzug an und legen Sie sich unter ein dünnes Laken zur Ruhe.

Ozonalarm

Ozon ist eine weitere Gefahr vor allem im Sommer. Dabei hat dieses Gas zwei Gesichter: Als Schutzschicht gegenüber der UV-Strahlung ist es für uns lebenswichtig. Wenn es aber in Bodennähe entsteht, kann es gesundheitsschädlich sein. Auch andere Schadstoffe, die im Sommer vermehrt in unserer Luft auftreten und die den Sommersmog bilden, belasten unseren Organismus. Kopfschmerzen, Müdigkeit, brennende Augen und Schleimhautirritationen können entstehen. Vor allem Kinder und Senioren bekommen das zu spüren. Bei Menschen mit Atemwegs- und Kreislauferkrankungen treten gelegentlich sogar Luftnot und Hustenanfälle auf. Wenn diese Beschwerden nicht rasch nachlassen, sollten Sie unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt nehmen.

Am besten ist es, Sie achten auf die Ozon-Meldungen im Radio und in der Tageszeitung. Nehmen Sie sie ernst und verlegen Sie ihre Aktivitäten nach drinnen. Denn in den Innenräumen zerfällt eingedrungenes Ozon schnell wieder.

In den Morgen und Abendstunden sind die Ozonwerte am niedrigsten. Schön wäre es auch, wenn Sie öfter einmal Ihr Auto stehen lassen und auf Bus, Bahn oder sogar auf Ihr Fahrrad umsteigen. So minimieren Sie nämlich den Ausstoß von Kohlenwasserstoff- und Stickoxiden und verhindern somit gleichzeitig, dass die Ozonwerte ansteigen.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131Mainz, Telefon 06131/2069-0.