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Aging brain – Hilft Hirntraining, die geistige Vitalität zu erhalten?

Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema lautet: „Aging brain – Hilft Hirntraining, die geistige Vitalität zu erhalten?“

„Dafür habe ich doch Zeit, wenn ich in Rente bin.“ Kennen Sie diesen Spruch? Und plötzlich sind Sie pensioniert – und die Zeit ist da für alles, was Sie immer schon einmal tun wollten.

hilosophieren, fremde Länder entdecken oder ein neues Instrument lernen. Angebote gibt es viele. Aber jetzt stellt sich plötzlich eine andere Frage, nämlich: „Bringt das denn alles noch was?“ Oder ist es nicht schlichtweg vergebene Liebesmüh, da man eh alles wieder vergisst?

Die Hirnforschung macht Mut. Nach ihr ist es zum Lernen nie zu spät und wir können auch mit 100 noch eine neue Sprache oder ein ganzes Drama lernen. Natürlich wird das Gehirn mit den Jahren älter. Damit verändert sich auch der Lernprozess. Aber wenn man weiß, wie das ältere Gehirn tickt und wo seine Stärken und Schwächen liegen, kann lebenslang lernen. Denn es ist weniger das Alter, wenn die Denkleistung nachlässt, sondern viel mehr der Trainingszustand. „Das Gehirn ist wie ein Muskel. Je besser es trainiert ist, desto besser funktioniert ist. Und je mehr wir lernen, desto schneller geht es. Das ist in jedem Alter gleich“, sagt Prof. Pöppel von der Universität München.

In der Kindheit und Jugend fliegt einem das Wissen buchstäblich zu. Eine neue Sprache lernt sich so nebenbei. Wie selbstverständlich bedienen Zehnjährige den Computer. Und stellt man sie auf Inline-Skates, Skier oder Schlittschuhe, dann machen sie innerhalb von ein paar Stunden atemberaubende Fortschritte. Ihre Reaktionszeit ist unübertrefflich schnell. Aber schon ab etwa 20 Jahren deutlich lässt die Fähigkeit zum einfachen Lernen nach. Kinder und Jugendliche haben zudem ein Manko in Bezug auf das Lernen: Sie verlieren schnell die Lust und lassen sich leicht ablenken.

Bei Älteren ist das nicht so. Alle Aufgaben, bei denen das Konzentrationsvermögen eine entscheidende Rolle spielt, können ältere Teilnehmer besser als jüngere. Dies zeigte ein Test an der Universität Dortmund. Außerdem lernen Ältere mehr aus ihren Fehlern, während Jüngere immer mal wieder in die gleichen Fettnäpfchen tappen. Dafür müssen sich Ältere ihr Wissen mit mehr Ausdauer erwerben. Die Grammatikregeln einer neuen Sprache erfassen sie nicht so schnell und intuitiv wie die Jüngeren. Neue Begriffe und Vokabeln können sie sich nicht einfach so merken, sondern müssen sie regelrecht pauken. So geht das alles etwas langsamer.

Wägt man die Vor- und Nachteile jedoch gegeneinander ab, so schneiden ältere Menschen beispielsweise in Sachen Sprachverstehen und -verarbeitung genauso gut ab wie jüngere. Dennoch gibt es eine Hürde: Für die Wahrnehmung und die Körperbeherrschung braucht man im Alter mehr Aufmerksamkeit als in der Jugend. Wenn also ein älterer Mensch Auto fährt, darf er sich nicht dabei unterhalten, sondern muss sich voll auf die Straße konzentrieren.

Zusammengefasst kann man das Gehirn von Älteren wie folgt beschreiben: Was man an Schnelligkeit einbüßen muss, macht man durch Ausdauer und Konzentrationsvermögen mehr als wett. Und dies kann man unterstützen, zum einen durch gezielte sportliche Übungen und zum anderen durch gezielte Gehirnanregungen.

• Bieten Sie Ihrem Gehirn Abwechslung im Alltag. Machen Sie z. B. jeden Tag etwas Neues. Denn das Gehirn braucht Anregungen und will beschäftigt werden. Eine abwechslungsreiche, interessante und anregende Umwelt regt das Gehirn zu einer verstärkten Aktivität an, dadurch wird der normale Abbau von Nervenzellen verlangsamt. Hingegen führt ein Mangel oder das völlige Fehlen an anregenden Umwelteinflüssen zur Unter- oder Fehlentwicklung der Nervenzellen.

• Lernen Sie etwas, was Ihnen Spaß macht. Warum nicht chinesische Schriftzeichen, wenn Sie die wunderschön finden. Denn mit Spaß lernt es sich leichter, schneller und man merkt es sich besser.

• Stellen Sie eine persönliche Beziehung zu dem Lernstoff her. Wenn Sie planen, in Urlaub zu fahren, dann lernen Sie zuvor Wörter aus der dortigen Sprache. Oder lesen Sie sich zuvor in die dortige Kultur ein. So werden verschiedene Bereiche in Ihrem Gehirn aktiviert, die sich dann untereinander vernetzen können. Aus der Hirnforschung weiß man: Nur Nervenzellen, die gleichzeitig erregt werden, bilden miteinander Kontaktstellen aus.

• Machen Sie Sport. Bei älteren Menschen wirkt körperliche Fitness besonders stark auf die geistige Leistungsfähigkeit.

Übrigens, noch ein Nachtrag: Lernen hilft nicht nur gegen die normale Vergesslichkeit, sondern in gewisser Weise sogar, dem Alzheimer vorzubeugen. Wie kann das funktionieren? Je mehr Hirnbereiche Sie nämlich durch Denken trainieren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass gesunde Nervenzellen die Funktion der durch Alzheimer geschädigten Nervenzellen übernehmen. Allerdings ist dieser Vorteil leider auch irgendwann aufgebraucht. Dann allerdings verschlechtert sich der Zustand schneller als bei den weniger gebildeten Menschen. Aber dennoch bedeutet dies, dass geistige Vitalität hilft, den spürbaren Krankheitsbeginn herauszuzögern und damit dem Betroffenen noch ein paar zusätzliche schöne Jahre zu schenken.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!