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Winter - Ein “Härtetest” für die Haut
Hier ist das Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz. Winterzeit und Winterurlaubszeit nehmen wir zum Anlass, um über das Thema: “Winter - Ein “Härtetest” für die Haut” zu informieren.
Azurblauer, strahlender Himmel, glitzernder Schnee, klare Luft und wärmende Sonnenstrahlen lassen das Herz eines jeden Winterurlaubers höher schlagen. Bei Aktivitäten im Gebirge vergessen viele jedoch leicht, dass die Sonnenstrahlung hier außerordentlich intensiv ist. Und so kommt es, dass der Sonnenbrand noch vor dem Gipsbein zu den häufigsten “Winterurlaub-Souvenirs” gehört!
Sonnenschutz ist beim Wintersport daher besonders wichtig
Im Winter ist die Haut meist sonnenentwöhnt. Ihre natürlichen Lichtschutzmechanismen sind nicht voll ausgebildet. Der Haut fehlt beispielsweise die Hornschicht aus schützenden Pigmenten, die im Sommer durch Lichteinwirkung gebildet wird. Das ist auf dem flachen Land normalerweise kein größeres Problem, denn da sind die Sonnenstrahlen im Winter nicht so intensiv. In größeren Höhen treffen die Strahlen jedoch mit geballter Kraft auf die Haut. Pro 1000 Höhenmeter steigert sich ihre Intensität um 15 bis 20 %. Durch die Reflexion von Eis und Schnee wird die Wirkung der UV-Strahlen zusätzlich noch erheblich gesteigert.
Allerdings täuscht die kühle Luft im Gebirge leicht über die Intensität der Sonneneinstrahlung hinweg und der Beginn eines Sonnenbrandes wird nicht so schnell bemerkt. Da man im allgemeinen einen Sonnenbrand mit einem starken Hitzegefühl verbindet, wähnt man sich in trügerischer Sicherheit. Damit also die Haut bei Winteraktivitäten wie Eislaufen, Skilanglauf, Skiabfahrtslauf, Snowboard-Fahren oder Sonnenbädern keinen Schaden nimmt, muss sie unbedingt ausreichend vor UV-Strahlen und Kälte geschützt werden.
Kinder und Sonne ist ein besonderes Thema, denn Kinderhaut ist anders als die Haut von Erwachsenen. Sie ist nur ein Zehntel so dick wie die Haut Erwachsener, auch die Schutz- und Reparaturmechanismen sind noch nicht voll ausgeprägt. UV-Strahlen können bei Kindern deshalb viel leichter in tiefere Hautschichten eindringen. Das ist vor allem deshalb besonders gefährlich, weil Sonnenbrände im Kindesalter das spätere Hautkrebsrisiko wesentlich erhöhen. Dies haben Untersuchungen der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention ergeben. So können bereits drei Sonnenbrände mit Blasenbildung im Kindes- und Jugendalter zu einer Erhöhung des späteren Hautkrebsrisikos um das 4 bis 5-fache führen. Hochwirksame Sonnenschutzpräparate für die besonders empfindliche Kinderhaut sollten deshalb in keinem Reisegepäck fehlen. Achten Sie darauf, dass Ihre Sprösslinge immer gut eingecremt sind!
Welche Produkte sind geeignet?
Wintersportler sollten am besten fetthaltige Sonnencremes mindestens mit Lichtschutzfaktor 15 verwenden. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Haut ab minus 8 Grad Celsius kein eigenes Fett mehr produziert. Cremes, die kältegeeignet sind und sich auch bei Minusgraden noch gut verstreichen lassen, erhalten Sie in der Apotheke. Sonnenschutzpräparate, die viel Feuchtigkeit enthalten, wie zum Beispiel Lotionen oder Emulsionen, sind für aktive Winterurlauber nicht geeignet, weil das darin enthaltene Wasser gefrieren und die Haut stark röten und einreißen kann. Diese Gefahr besteht besonders beim Skiabfahrtslauf, da hier durch den Fahrtwind bis zu minus 50 Grad Celsius auf der Haut erreicht werden. Wer seinen Urlaub allerdings nur im Liegestuhl vor der Hütte verbringen will, der sollte lieber Lotionen verwenden, um einen Hitzestau durch zu viel Fett auf der Haut zu vermeiden.
Die Devise lautet: Eincremen - aber richtig!
Grundsätzlich gilt, dass der Sonnenschutz etwa eine halbe Stunde vor dem Gang ins Freie aufgetragen und etwa jede Stunde erneuert werden sollte. Die Lichtschutzfilter brauchen eine gewisse Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Durch Schwitzen löst sich der Schutzfilm immer ein bisschen von der Haut ab. Vergessen Sie beim Eincremen auf keinen Fall den Nacken, die Ohren und die Hände. Die “Sonnenterrassen” im Gesicht wie Nase, Stirn und Wangen, sollten am besten mit einem Sunblocker-Stift geschützt werden. Das gleiche gilt für die Lippen, denn diese haben kein Unterhautfettgewebe und wenig Talgdrüsen. Ohne Extrapflege würden sie schnell spröde und rissig werden.
Sonnenschutzpräparate bewahren übrigens nicht nur vor Sonnenbrand, sondern verhindern auch die vorzeitige Hautalterung, weil sie den Angriff von sogenannten “Freien Radikalen” abwehren.
Auch die Augen brauchen Schutz!
Ebenso wichtig wie der Hautschutz ist eine gute Sonnenbrille. Denn der ultraviolette Anteil der Lichtstrahlen kann, Bindehautentzündungen, Hornhauttrübungen, Linsen- oder Netzhautschädigungen hervorrufen wenn das Auge nicht geschützt wird. Beim Kauf einer geeigneten Sonnenbrille können Sie sich am Ce-Zeichen orientieren. Es ist auf der Bügelinnenseite zu finden und garantiert, dass die Brille nach geltenden EG-Richtlinien die schädigenden Strahlen fast vollständig aus dem Licht filtert. Sonnenbrillen sind nach diesen EG-Richtlinien in vier Tönungsgrade eingeteilt. Beim Skifahren im Gebirge reicht der Tönungsgrad drei aus. Auf dem Gletscher sollte es allerdings eher Grad vier sein.
Unsere Adresse: Landeszentrale für
Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG),
Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.
Vielen Dank für Ihr Interesse und bitte bleiben Sie gesund.






