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Husten, Schnupfen, Heiserkeit – Bewährtes aus der Hausapotheke
Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema lautet: „Husten, Schnupfen, Heiserkeit – Bewährtes aus der Hausapotheke“.
Es kratzt im Hals und kribbelt in der Nase – die ersten Anzeichen einer Erkältung, ausgelöst durch eine vielen Arten von Schnupfenviren. Diese sind allerdings schon ein bis zwei Tage zuvor in den Körper eingedrungen und haben sich im hinteren Nasenraum vermehrt. Von daher lässt sich die Erkältung nicht mehr aufhalten. Es ist jedoch möglich, den schlimmsten Verlauf abzuwenden, indem Sie das Immunsystem im Abwehrkampf gegen die Erreger unterstützen. Wie macht man das?
Die beste Gelegenheit sich zu stärken, erhält das Immunsystem im Schlaf. ‚Schlaf dich gesund’, heißt es auch im Volksmund. Gehen Sie bei einer aufziehenden Erkältung möglichst früh zu Bett. Sorgen Sie dafür, dass auch die Füße warm werden, denn kalte Füße bewirken eine Minderdurchblutung der Atemwege, und dies ist schlecht für die dortige Immunabwehr. Ziehen Sie also Bettsocken an und legen Sie sich auch noch eine Wärmeflasche an die Füße. Wenn Sie dabei ins Schwitzen kommen, ist das gut, denn das schwächt die Erkältungsviren und Ihre Abwehrkräfte haben ein leichteres Spiel. Den Selbstheilungsmechanismus können Sie durch eine heiße Hühnersuppe stärken. Denn nach einer US-amerikanischen Studie hemmt die Hühnersuppe gleich aus mehreren Gründen Infekte der oberen Atemwege. Dafür sind sowohl die Inhaltsstoffe des Hühnerfleischs als auch die des mitgekochten Gemüses wie Sellerie, Karotten, Zwiebeln und Kartoffeln verantwortlich, und ebenso der wärmende Effekt der Suppe. Dies alles lindert den Schnupfen und das Kratzen im Hals. Es kommt allerdings auch auf die Qualität der Zutaten an, so war bei Fertigsuppen der lindernde Effekt wesentlich schwächer. Vermeiden Sie ab sofort auch Genussgifte wie Zigaretten oder Alkohol. Aber verstärken Sie die Zufuhr von Vitamin C. Entweder in der Apotheke Ascorbinsäure (= Vitamin C) kaufen und täglich mehrmals eine Messerspitze voll mit Flüssigkeit einnehmen, maximal 1 Gramm pro Tag. Oder trinken Sie Sanddornsaft: Einen Esslöffel voll entweder pur oder in einem Glas Wasser zur Hauptmahlzeit.
Am dritten Tag nach dem Ansteckungszeitpunkt kommen deutliche Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, oftmals auch Heiserkeit hinzu. Der Arzt erkennt einen geröteten Rachenraum: Die Schleimhaut im Halsbereich hat sich entzündet. Dies ist der Zeitpunkt für eine entzündungshemmende Strategie. Gurgeln Sie mit Kochsalzlösung: Lösen Sie dazu eine Messerspitze Salz in einem Glas warmem Wasser. Sie können auch mit Salbeitee gurgeln: Überbrühen Sie fünf bis sechs Salbeiblätter mit kochendem Wasser und lassen Sie sie zehn Minuten lang ziehen. Bei akuten Beschwerden können Sie mit dem lauwarmen Sud stündlich gurgeln. Bei Heiserkeit hat sich auch das Lutschen von Thymianpastillen bewährt.
Wenn Sie zu Hause sind, sind stattdessen Inhalationen
angesagt. Sie rühren entweder Salz in eine Schüssel
mit kochendem Wasser, oder Kamillenblüten, oder zwei
kleingeschnittene mittelgroße Zwiebeln. Dies geht die Erreger
im Rachenraum und auch in den tieferen Atemwegen an.
Zusätzlich sollten Sie viel trinken, um die
Schleimhäute feucht zu halten und die Viren auszuschwemmen. Am
besten sind Tees aus getrockneten Holunderblüten oder
Lindenblüten, sowie leichte Suppen aller Art. Als
schulmedizinisches Mittel können Sie zudem ein
Präparat auf der Basis von Acetylsalicylsäure
einnehmen, welches entzündungshemmend ist und zudem die
Schmerzen lindert.
Meist zeitgleich mit den Halsschmerzen tritt der Schnupfen auf. Am
vierten Tag der Erkrankung erreicht er seinen Höhepunkt. Gut
ist, wenn die Nase rinnt, so werden die Viren rausbefördert.
Trompeten Sie jetzt aber nicht in Ihr Taschentuch, sondern
schnäuzen Sie vorsichtig erst das eine und dann das andere
Nasenloch frei. Ansonsten wird das Sekret nach oben in die
Stirnhöhlen gedrückt, und dann nisten sich die Viren
womöglich auch noch dort ein. Schlecht ist auch, wenn die Nase
verstopft ist, dann können die Beschwerden in die
Nebenhöhlen und die Bronchien wandern. Inhalieren Sie daher
weiter mit heißem salzhaltigem Wasserdampf. Es helfen auch
Nasenspülungen mit leichtem Salzwasser. Beides verbessert die
Durchblutung der Schleimhäute und damit ihre Abwehrkraft. Viel
trinken und viel Ruhe ist bis zur Genesung weiterhin wichtig.
Genauso wichtig ist aber auch die Vorbeugung. Achten Sie doch einmal darauf, wie oft Sie sich unbewusst jede Stunde an die Nase fassen. Wenn Sie jetzt noch bedenken, dass Schnupfenviren tagelang an Türklinken, Computertastaturen oder Haltegriffen überleben, können Sie sich ausmalen, wie groß die Gefahr ist, dass Viren von hier bis zur Haupteintrittspforte – der Nasenschleimhaut – getragen werden. In Schnupfenzeiten heißt es also: Besser nicht so oft die Hand geben, in öffentlichen Verkehrsmitteln die Handschuhe anlassen und sich häufiger als sonst die Hände waschen.
Diese Vorsichtsmaßnahmen helfen auch gegen eine andere Winterkrankheit, die gerade bundesweit kursiert. Es ist die Erkrankung mit den Noroviren, eine besonders ansteckende Virenart. Die Erkrankung beginnt mit Kopfschmerzen, Unwohlsein, dann kommen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall hinzu. 48 Stunden ist es Ihnen sterbenselend zumute, aber dann ist der Spuk vorbei. Wenn es Sie erwischt hat, sollten Sie am besten zu Hause bleiben und ebenfalls die oben genannten Ratschläge befolgen. Hier gibt es aber noch weiteres gutes Hausmittel: Gegen die Durchfälle helfen getrocknete Heidelbeeren, die es z. B. im Reformhaus gibt. Kauen Sie regelmäßig ein paar getrocknete Heidelbeeren. Diese können Sie auch in Rotwein kochen – der Alkohol verfliegt dabei – und trinken. Wenn Sie an Noroviren erkrankt sind, sollten Sie am besten bis zur Genesung zu Hause bleiben, um die Ansteckungskette zu unterbrechen.
Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131Mainz, Telefon 06131/2069-0.
Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!
© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl






