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Männliche Gewalt macht Frauen krank
Guten Tag, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Heute erhalten Sie Informationen zum Thema „Männliche Gewalt macht Frauen krank“.
Gewalt gegen Frauen ist heute die weltweit am meisten verbreitete Verletzung der Menschenrechte. Wir alle kennen die Berichte über Länder, in denen es nach wie vor selbstverständlich ist, dass Männer über Frauen verfügen und sie schlagen dürfen oder die Berichte über Massenvergewaltigungen als Mittel des Krieges.
In Deutschland und unseren europäischen Nachbarländern ist Gewalt gegen Frauen ebenfalls ein aktuelles Thema. 1990 wurde ein Bericht der Gewaltkommission der Bundesregierung vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass Gewalt in der Familie die in unserer Gesellschaft am häufigsten ausgeübte Form der Gewalt ist.
Es werden aber nur schätzungsweise 10 Prozent der Taten der Polizei bekannt. Die Gewalt geht zum aller größten Teil von Männern aus. Männer versuchen damit, Macht und Kontrolle über die Frau auszuüben. Ehe und Partnerschaft sind nicht nur Orte der Liebe, der Nähe, des Vertrauens und der Harmonie, sondern auch Orte der Konflikte, des Streits, der Gewalt und des Hasses. Die Gewalt in engen sozialen Beziehungen wurde lange Zeit als Privatsache betrachtet, aber sie ist es nicht. Diese Gewalt geht alle an. Sie ist keine Familienstreitigkeit sondern ein schwerwiegendes kriminelles Unrecht, für das der Gewalttäter zur Verantwortung gezogen werden muss.
Die Zahlen sprechen für sich:
• Zirka 50.000 Frauen und ihre Kinder flüchten jährlich in die 453 Frauenhäuser und Frauenschutzwohnungen in der Bundesrepublik
• Umfragen zufolge, erfährt jede dritte Frau Gewalt durch ihren Partner
• Bei den Körperverletzungsdelikten besteht in über 55% der Fälle eine enge soziale Beziehung zwischen Täter und weiblichem Opfer
• Zwei Drittel der weiblichen Tötungsopfer werden von einem Mann aus ihrem nahen Lebensbereich getötet
Für das Erkennen häuslicher Gewalt gibt es jedoch eine Reihe von Hindernissen. So geben viele Frauen ihre Verletzungen nicht zu erkennen und geben den Helfenden keine oder falsche Erklärungen über die Ursachen ihrer Verletzungen.
Die Folgen von erlebter Gewalt sind vielfältig. Sie zeigen sich zum Beispiel
• durch gesundheitliche Schäden wie Knochenbrüche, Kopf- und Gliederschmerzen oder Unterleibsverletzungen.
• durch psychische Folgen wie lähmende Ängste, Schlafstörungen, ständige Unruhe, Schwächung des Selbstwertgefühls, Realitätsverlust, Verdrängung von Gefühlen oder Suizidversuche.
• Häufig sind Gewalterfahrungen die Ursache für Suchtmittelmissbrauch und Suchtmittelabhängigkeit.
• Oft kommt es im Zuge von Gewalt zu Begleiterscheinungen wie Ausgrenzung, Rückzug und sozialer Isolation. Vielfach kommen noch Probleme am Arbeitsplatz hinzu.
• Und: Die Kinder dieser Frauen sind immer Mitbetroffene!
Es gibt viele Gründe, warum Frauen ihre gewalttätigen Partner nicht sofort verlassen. Dazu gehören:
• tradierte und erlernte Rollenbilder
• die finanzielle Abhängigkeit und / oder emotionale Abhängigkeit vom Partner
• Pflichtgefühle gegenüber den Kindern
• Schuldgefühle, die Familie zu zerstören und
• der Mythos von der weiblichen Schwäche und der männlichen Überlegenheit
Vorurteile in der Gesellschaft wie „Die sind ja selbst schuld!“, „Die werden es verdient haben!“ oder „Sollen sie den Kerl doch verlassen!“, tragen darüber hinaus dazu bei, dass eine Frau Gewalttätigkeit sehr lange erduldet.
Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich zur Wehr zusetzen und die Gewalt zu durchbrechen. Dazu benötigen die Betroffenen jedoch Unterstützung. Mittlerweile gibt es in vielen Bundesländern Interventionsprojekte gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen, die erfolgreich arbeiten. Auch in Rheinland-Pfalz sollen durch das Rheinland-Pfälzische Interventionsprojekt Gegen Gewalt (RIGG) der Schutz und die Hilfe für die betroffenen Frauen und ihre Kinder verbessert und männliche Gewalt effizienter bekämpft werden. Informationen über das RIGG erhalten Sie bei der Bürogemeinschaft für Sozialplanung und Beratung unter der Telefonnummer 06131 / 28 76 71 0.
Sind Sie oder jemand aus ihrem sozialen Umfeld betroffen? Über das Broschürentelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. erhalten Sie unter der Nummer 06131 / 20 69 31 eine Adressenliste mit Ansprechpartnerinnen in Ihrer Nähe, die bei Gewalt gegen Frauen Hilfe leisten.
Unsere Adresse lautet: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz.
Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.
Vielen Dank für Ihren Anruf und bleiben Sie gesund!






