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No risk, no fun?!
(Extem-)Sportarten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
Guten Tag, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema: "No risk, no fun?! (Extrem-)Sportarten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen".
"Bei uns findet Ihr alles für Euren Lebenstraum!
Seid Ihr bereit für das große Abenteuer?" So oder so
ähnlich werben Extremsportanbieterinnen und -anbieter in ihren
Katalogen und Internetseiten. Immer mehr Jugendliche wollen diese
Angebote auch einmal ausprobieren. Vielleicht sind sie sogar schon
süchtig nach den "grenzenlosen Erfahrungen", die zum Beispiel
zusammen mit dem Canyoning versprochen werden. Hier folgen die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Wildwasserkanu den
Läufen von extremen Wildwasserbächen durch Schluchten
und über Wasserfälle. Andere "Adrenalin-Junkies"
bevorzugen das "Sky Surfing". Sie lassen sich mit einem Snowboard an
den Füßen und einem Fallschirmrucksack aus dem
Hubschrauber fallen.
Ein anderes Extrem ist die übermäßige
Belastung beim Sport. Also nicht nur Marathon laufen, sondern auch nach
50 Kilometern nicht aufhören können. Oder beim
Bergsteigen eine Zweitagestour an einem Tag machen. Eine
übermäßig anstrengende und gleichzeitig
nervenkitzelnde Sportart ist das Freeclimbing, bei dem man zwar mit
Sicherheitsseil aber ohne weitere Hilfsmittel extreme Abhänge,
Steilwände und Felsmassive überwindet.
Was treibt Jugendliche dazu, aus Sport Extremsport zu machen? Wie gehen Sie damit um, wenn Ihr eigenes Kind solche "Sportarten" betreibt? Was können Sie als Sportlehrerinnen und Sportlehrer oder Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter Ihren Schützlingen empfehlen? Und schließlich, worin liegen die heilsamen Wirkungen des Sports?
Viele Menschen, die Sport machen, normal joggen oder sogar Touren-Radfahrer, berichten von einem Moment, in dem es "Klick" macht und sie sich trotz der Anstrengung wie beflügelt fühlen. In diesem Moment - so die Theorie - werden zusätzliche Hormone wie das körpereigene Opiat Endorphin und die so genannten Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin freigesetzt. Auch die Konzentration von Serotonin, einem anderen Gefühlshormon, steigt bei körperlicher Beanspruchung. Es stellt sich dadurch eine berauschende Hochstimmung ein. Wer regelmäßig Ausdauersport macht, wird richtig süchtig nach diesem Hormoncocktail.
Im Prinzip ähnlich aber extremer ist es bei den
Risikosportarten. In dem Moment, in dem man auf der Brücke
steht und nur mit einem Seil gesichert in den Abgrund will, haben auch
geübte Bungee-Springer Angst. Doch während man in die
Tiefe stürzt, wird der Körper mit
Glücksgefühlen überflutet. Diese halten den
ganzen Tag an. Bungee-Jumper beschreiben es als ein
Highgefühl, so als ob man unter Drogen steht. Der Rausch des
Risikos. Nach dem Sprung stellt sich totale Entspannung ein. "Das
Glücksgefühl zusammen mit der Entspannung, das baut
Dich auf und macht Dich stark für alles weitere", sagen
Sportlerinnen und Sportler. Eine weitere Motivation ist das stolze
Gefühl, etwas besonderes gemacht zu haben. Dies
stärkt das Selbstwertgefühl.
Sie können Kinder sicherlich nicht immer davon abbringen, sich
auch in gefährlichen Situationen zu erproben. Jugendliche
befinden sich irgendwann in der Zeit des Aufbruchs, in der sie ihre
Grenzen kennen lernen müssen. Erfolgserlebnisse brauchen sie
in dieser Zeit auch für ihr noch nicht ausgeprägtes
Selbstbewusstsein. Oft kommt ein gewisser Gruppenzwang dazu, dem man
sich nicht entziehen will.
Sie können aber versuchen, das Risiko zu vermindern.
Dazu müssen Sie ins Gespräch mit Ihren Kindern oder
Schützlingen kommen. Als erste Regel bei solchen
Gesprächen raten wir Ihnen, die Bedürfnisse der
Jugendlichen nach diesen "Adrenalin-Kicks" ernst zu nehmen. Denn die
Faszination, die davon ausgeht, ist immerhin so stark, dass man
dafür Gesundheit und Leben aufs Spiel setzt. Aber versuchen
Sie, Ihre Kinder oder Schützlinge zu Vorbereitungskursen und
richtiger Anleitung zu motivieren. Keine Autofahrerin und kein
Autofahrer wird ohne Training auf die Formel-1-Rennbahn zugelassen, nur
weil er den Führerschein hat. So ist auch beim Drachenfliegen
oder Freeclimbing ein Trainings- oder Einweisungskurs wichtig. Beim
Inline-Skating sollten Sie Ihren ganzen Einfluss geltend machen, damit
Kinder Protektoren und Schutzhelm tragen, und dass sie einen Kurs
belegen, in dem sie das Bremsen und das Stürzen üben.
Prinzipiell sind sowohl Grenzerfahrungen als auch Sport für
die Entwicklung von Heranwachsenden wichtig. Sport fördert den
körperlichen Aufbau und das seelische Wohlbefinden. Er beugt
chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Diabetes oder Bluthochdruck
vor. Oder wie der bekannte Kölner Immunbiologe Gerd Uhlenbruck
sagt: "Sport ist Mord - an vielen Krankheiten!". Darüber
hinaus fühlen sich Sportlerinnen und Sportler eher in ihrem
Körper zuhause und mit ihrer Figur im Einklang.
Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.
Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!






