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Blitz-Diäten und Hungerkuren
Anders essen lernen heißt die Devise!
Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am
Gesundheitstelefon der Landeszentrale für
Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema
lautet: „Blitz-diäten und Hungerkuren –
Anders essen lernen heißt die Devise!“
Bis zu sieben Kilo in sieben Tagen. Oder: Bis zu 15 Kilo in vier Wochen. Verlockend klingen diese Angebote von Frauenzeitschriften oder Herstellern von Schlankheitsmitteln. Allerdings haben die meisten Frauen schon einmal eine Diät oder eine Hungerkur gemacht, um schnell ein paar Kilos auf der Strecke zu lassen. Voller Stolz geht man dann in ein Kleidergeschäft und kauft neue Hosen – eine Nummer kleiner als sonst. Aber, die Traumgröße passt nicht lange, die verlorenen Kilos finden schnell wieder den Weg auf die Hüfte, und meist sogar noch ein paar mehr. Jojo-Effekt heißt dieses Phänomen, auch das dürfte bekannt sein. Doch trotzdem klingen die Abnehm-Angebote so verlockend, dass es vielen Menschen schwer fällt, bewusst darauf zu verzichten, und trotzdem das Ziel vor Augen zu haben, ein bisschen abzuspecken. Der einzige Weg dahin ist: bewusste gesunde Ernährung gepaart mit gesunder Lebensführung.
Der Hauptgrund für Übergewicht ist die „positive Energiebilanz“. Dies bedeutet: Man nimmt mehr Kalorien auf als man verbraucht. Dabei werden die nicht gebrauchten Essensbausteine in Körperzellen eingelagert. Vor allem die Fetteinlagerung macht sich bald an der Konfektionsgröße bemerkbar.
Für die positive Energiebilanz ist hauptsächlich unser Lebensstil verantwortlich. Viele Menschen bewegen sich einfach kaum noch. Und es locken fast überall Süßigkeiten, Fastfood, Snacks und Chips – billig, aber mit hoher Energiedichte und in großen Portionen. Um abzunehmen, müssen Sie diese wertlosen Dickmacher sofort weglassen und zu gesunder Küche übergehen. Und natürlich Ihre Muskeln mehr fordern. Abnehmen funktioniert nur durch mehr Bewegung und richtiges Essen und Kauen, und dem Abbau von Stress. Dazu gleich noch mehr.
Sinnvolles Essen bedeutet, all das zu reduzieren, bei dem Zucker schnell ins Blut geht. Das sind Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index, wie Süßigkeiten und Weißmehlprodukte. Pflanzliche Öle und fettarmes Fleisch sind erlaubt und sinnvoll, allerdings in Maßen. Fünfmal Obst und Gemüse muss sein, weil hier die Ballaststoffe sitzen. Diese fördern beim Verdauen die Darmbewegungen, wodurch viele Kalorien verbraucht werden.
Aber es kommt nicht nur darauf an, was Sie essen, sondern wie Sie es essen. Viele Lebensmittel sind mit künstlichen Geschmacksverstärkern und Aromen versetzt. Diese haben die Eigenschaft, dass sie sofort die Geschmacksknospen reizen, sobald der Bissen im Mund ist. Auf diese Weise spüren wir sofort eine Art Befriedigung im Mund. Weil moderne Lebensmittel oft noch weich und vorportioniert sind, meint der Mund seine Arbeit erledigt zu haben und der Bissen wird automatisch heruntergeschluckt. Viel zu schnell geht das. Und dann schieben wir den nächsten nach, auch wieder viel zu schnell.
Falsch an dieser Art zu kauen ist, dass sie dem „Chemiewerk“ Mund zuwiderläuft. Denn eigentlich sind unsere Vorgänge im Mund so eingestellt, dass wir einen Bissen gut kauen müssen: Reine und natürliche Lebensmitteln schmecken dann zuerst einmal nach gar nichts, bis die chemischen Prozesse mit Mund ablaufen und sich eine wahre Geschmacksexplosion entfaltet. Das ergibt dann auch eine Befriedigung beim Essen, die uns davor bewahrt, zu viel herunterzuschlingen.
Und so ist es richtig: Kauen Sie den Bissen in kleine Teilchen, bis der Speichel zu fließen beginnt. „Schmauen“, sagt der Ernährungsautor Jürgen Schilling dazu, also „schmecken und kauen“. Und schlucken Sie den Bissen dann erst herunter. Das kostet nicht mehr Zeit als sonst. Es bedeutet aber einfach, dass die die natürlichen Geschmacksstoffe in Lebensmitteln herausgekaut werden. Auf diese Weise entdecken wir individuelle Unterschiede zum Beispiel zwischen Brotsorten. Jeder wird so zum Feinschmecker. Dies hat auch großen Einfluss auf das Gewicht. Denn der Magen wird nicht mehr überfüllt, bevor sich das Sättigungsgefühl einstellen kann.
Essen ist aber nicht alles, auch der Lebensstil ist entscheidend. Dazu wird auch der Stress gezählt, denn der ist ebenfalls ein entscheidender Dickmacher. Im Stress wird nämlich vermehrt u. a. das Hormon Cortisol gebildet. Dieses hemmt den Abbau von Fett und bewirkt auch eine Erhöhung des Blutzuckers, was ein Signal für die Ausschüttung von Insulin ist – ein Hormon, das bei der Fetteinlagerung ebenfalls eine wichtige Rolle spielt. Um abzunehmen, sollten Sie also unbedingt auch ein paar Ruheinseln in Ihren Tag einbauen, eine Entspannungstechnik lernen und vor allem auch genügend schlafen. Denn zuwenig Schlaf macht dick.
Wichtig ist auch, die tägliche Bewegung zu steigern: Am besten, Sie verbinden ein Ausdauertraining mit einem Ganzkörper-Krafttraining. Bringen Sie Ihren Puls mindestens zwei- bis dreimal pro Woche für 30 Minuten auf Hochtouren. Übrigens: Im Wasser geht vieles besser, und es schützt Sie auch vor neugierigen Blicken. Das Krafttraining, oder anders ausgedrückt, die „Muckibude“, soll Ihre Muskeln stärken. Das kurbelt den Grundumsatz an, also den Kalorienbedarf, den Sie auch im Ruhezustand benötigen. Mehr Muskelmasse bedeutet dann also auch höherer Grundumsatz sprich Kalorienverbrauch in Ruhe!
Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.
Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!
© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl






