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Guten Tag, hier ist das Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
Blass und übernächtigt saß Frau Müller als erste Patientin am Montag morgen im Wartezimmer ihres Frauenarztes. Zwei Tage nach ihrem 51. Geburtstag hatte sie am Samstag einen Knoten in ihrer linken Brust getastet. Sie konnte an nichts anderes mehr denken als an Brustkrebs. Je öfter sie diesen glatten, zirka taubeneigroßen Knoten links oben in der Brust betastete, desto sicherer war sie sich, dass er schmerzt und immer größer wird. Sie fühlte ihn wachsen. Die Zeit, bis sie ihren Arzt aufsuchen konnte, wurde ihr sehr lang. Auch ihr Mann hatte den bösen Befund getastet. Er begleitete sie zum Arzt. Der Arzt untersuchte ihre Brust, grenzte den Knoten ab, untersuchte ihre Achselhöhlen nach geschwollenen Lymphknoten und die Gruben über ihren Schlüsselbeinen nach weiteren Knoten. Schließlich bat er sie, sich auf die Untersuchungsliege zu legen und hielt einen Ultraschallkopf auf ihre Brust. „Sehen Sie hier, eine ganz glatte Cyste, wie sie in vielen Brüsten zu finden ist." „Was ist eine Cyste?" wollte Frau Müller wissen. „Ein mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum, den wir überall haben können, im Kopf, in den Nieren und eben auch in der Brust. Der Knoten ist glatt, die Haut darüber ist nicht verändert und Sie haben keine tastbaren Lymphknoten. Zur Sicherheit schicke ich Sie aber trotzdem zur Mammographie, also zur Röntgenuntersuchung Ihrer Brust.
Frau Müller bekam noch am gleichen Tag einen Termin bei der Ärztin für Röntgenuntersuchungen. Diese machte zusätzlich wieder eine Ultraschalluntersuchung. Abschließend nahm sie eine Spritze und holte die Flüssigkeit aus der Cyste heraus. Diese ließ sie auf bösartige Zellen untersuchen. Als Frau Müller das Ergebnis erfuhr, war sie beruhigt, dass wirklich kein Brustkrebs bei ihr zu finden war. Aber was wäre gewesen, wenn der Befund positiv gewesen wäre?
Auffällige Knoten in der Brust, die sich eventuell als bösartige Geschwulst herausstellen, werden bei der Selbstuntersuchung der Brust oder bei Vorsorgeuntersuchungen und Röntgenkontrollen gefunden. Jede auffällige Veränderung einer Brust sollte möglichst bald abgeklärt werden. Bringen Röntgenbild oder Ultraschall keine Klarheit, ist es unumgänglich, dass das Gewebe selbst untersucht wird. Dazu müssen durch einen kleinen Schnitt in die Brust oder durch eine spezielle Nadel Zellen entnommen und unter dem Mikroskop begutachtet werden. Erst wenn sicher keine bösartigen Zellen gefunden werden, kann Brustkrebs ausgeschlossen werden. Sollten aber verdächtige Zellen auftreten, kommt es auf den nächsten Behandlungsschritt an.
Der verdächtige Bereich muss herausgenommen werden, wobei ein Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe zu beachten ist. Waren die bösartigen Zellen nur auf die Brust beschränkt, handelt es sich um eine Erkrankung des Organs. Finden sich Absiedlungen in den Lymphknoten, dann ist der Brustkrebs eine Allgemeinerkrankung, die den ganzen Körper betrifft. Die Therapie der Brust ist nach Entfernung der Geschwulst und anschließender Bestrahlung des Drüsenkörpers abgeschlossen. Die betroffene Frau kann davon ausgehen, dass sie die Krankheit mit großer Sicherheit überstehen wird. Kritischer wird es, sobald der Knoten bereits gestreut hat. Dann kommt zusätzlich zur Bestrahlung noch die Chemotherapie oder bei älteren Frauen wahlweise eine Hormonbehandlung hinzu. Nur wenn die ganze Brust abgenommen werden musste, kann auf die Bestrahlung verzichtet werden.
Nach diesem Therapieplan wird heute überall in der Welt Brustkrebs behandelt und es wurde erreicht, dass jede Frau, deren Brustkrebs früh genug entdeckt wird, gute Heilungschancen hat. Es gilt die Regel: Nicht die Erkrankung ist schlimm und gefährlich, sondern davor die Augen zu verschließen, als gäbe es sie nicht oder könnte mich nicht treffen.
Die Medizin verfügt heute über Behandlungsstrategien, mit denen man gegen Krebs vorgehen kann. Aber bis heute weiß man nicht, wie diese unberechenbare Krankheit entsteht. Es bleibt bei allen bewährten Behandlungen ein Restrisiko, dass sich der Krebs doch als mächtiger erweist. Für jede Frau ist es daher von besonderer Wichtigkeit, regelmäßig zweimal jährlich eine Frauenärztin oder Frauenarzt aufzusuchen und sich zeigen zu lassen, wie Sie Ihre Brust abtasten und damit selber aktiv zur Krebsvorsorge beitragen kann. Bei allem medizinischen Fortschritt ist auch heute noch entscheidend: Ohne Glauben an Heilung, den Willen zu leben und den Mut zu kämpfen gelingt keine Genesung. Und damit können wir schon beginnen, bevor die Diagnose gestellt wird.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und bleiben Sie gesund!






