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Bewegung in die Bewegung bringen

Mehr Bewegung im Alltag beugt vielen Krankheiten vor

Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema lautet: Bewegung in die Bewegung bringen – mehr Bewegung im Alltag beugt vielen Krankheiten vor.

Sport ist gesund. Das hört man überall. Aber warum ist das eigentlich so? Das wollen wir Ihnen heute erklären. Kurz gesagt geht es darum, dass die Evolution unseren Körper im Laufe der Jahrmillionen für regelmäßige Bewegung und Anstrengung ausgebaut und perfektioniert hat. Zehn Kilometer täglich sollten wir gehen, laufen oder rennen. Aber was machen wir? Als durchschnittlicher Büromensch bringen wir es gerade mal auf 800 Meter pro Tag. Dabei vergessen wir ganz, was Sport für den Körper alles Gutes bewirkt. Alle unsere Organe, der Blutkreislauf, die Muskeln und die Knochen und Gelenke profitieren von etwas mehr Bewegung. Machen wir doch einmal eine kurze Reise durch den Körper, und schauen uns gemeinsam an, wo Sport überall gut tut:

• Das Herz muss mehr pumpen, dadurch steigt seine Leistungsfähigkeit und der Ruhepuls sinkt. Außerdem sinkt mit der Zeit ein erhöhter Blutdruck und es bilden sich neue feine Gefäße in den Herzmuskeln. So bleibt das Herz gesund und stark.

• Die Blutgefäße bleiben frei von chronischen Entzündungen, die letztlich zu einer Blutgefäßverkalkung führen. Die Blutwerte verbessern sich. So bleiben durch Sport die Blutgefäße gesund und elastisch.

• Die Gelenke bilden mehr Gelenkschmiere, welche für eine gleitende und reibungslose Bewegung unerlässlich ist.

• Die Knochen werden durch Kraft und durch manche Ausdauersportarten beständig leicht gestaucht. Dies aktiviert die knochenaufbauenden Zellen und schützt vor Knochenschwund.

• Die Muskeln nehmen durch Kraftsport an Umfang zu. Dadurch verstärken sie die Stütz- und Haltefunktion des Knochenbaus. Dies schont Gelenke und beugt Rückenschmerzen vor.

• Das Gehirn erhält mehr Sauerstoff und mehr Nährstoffe. Auch hier wird die Bildung von feinen neuen Blutgefäßen angeregt. Dies alles verbessert die Leistungsfähigkeit, Sie können sich mehr merken, besser denken und leichter konzentrieren. Sport macht also schlau.

• Das Immunsystem wird gestärkt, seine Botenstoffe werden produziert, dies schützt vor Infektionen.

• Außerdem arbeiten alle unsere Organe besser: Die Darmbewegung wird angeregt und dadurch die Verdauung normalisiert. Die Lunge lernt, leichter Sauerstoff ans Blut abzugeben. Die Schilddrüse schüttet bei Belastung mehr Hormone ins Blut aus, was den Energieumsatz verbessert, dem Fettabbau hilft und dem Muskel- und Knochenaufbau fördert. Selbst die Nebennieren werden angeregt, mehrere Hormone zu bilden, was den Fettabbau steigert und das Herztraining unterstützt.
Sie sehen also, regelmäßiger Sport ist wie eine „Rundum-Erneuerung“ für den ganzen Körper. Aber all diese Wohltaten stellen sich aber nicht von heute auf morgen ein. Der Übergang von einem unbewegten in ein bewegtes Leben vollzieht sich langsam. Er beginnt damit, dass Sie zuerst einmal mehr Bewegung in Ihren Alltag bringen.

Das heißt konkret:

• Nehmen Sie die Treppe statt des Aufzugs.

• Radeln Sie zum Bäcker und zum Briefkasten, lassen Sie das Auto stehen.

• Bringen Sie Ihr Kind zu Fuß in den Kindergarten, damit tun Sie sich und ihm etwas Gutes.

• Nehmen Sie sonntags statt der Fernbedienung doch mal wieder die Federballschläger oder einen Ball in die Hand, vor allem auch, wenn Sie Kinder haben.

• Tagsüber im Büro: Stehen Sie auf zum Telefonieren.

Viele weitere Tipps rund um die gesunde Bewegung erhalten Sie auch auf der LZG-Homepage www.diebewegung.de. All diese kleinen Bewegungen im täglichen Alltag summieren sich und sind ein erster wichtiger Schritt, um die Gesundheit zu fördern, Erkrankungen vorzubeugen und bestehende Erkrankungen zu verbessern. Außerdem wird eine Menge Energie verbraucht.
Die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem sportlicheren Leben sehen so aus, dass Sie jede der folgenden vier Komponenten fördern müssen: Erstens Ausdauer, zweitens Kraft, drittens Beweglichkeit und viertens Koordination. Also nicht einfach losrennen, bis Ihnen die Puste ausgeht – und dann womöglich frustriert aufgeben.

Fangen Sie damit an, Ihre Ausdauer zu verbessern. Typische Ausdauersportarten sind Joggen, Walken, Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking. Machen Sie anfangs ein Intervalltraining: Eine Minute laufen, eine Minute gehen. Vergrößern Sie langsam die Intervalle, bis Sie sich ohne Pause 30 Minuten bewegen können. Machen Sie das Ausdauertraining anfangs zweimal, später dreimal pro Woche.

Nach ein zwei bis drei Wochen schon haben Sie die Durststrecke überwunden und Sie werden erste Erfolge spüren. Jetzt geht täglich aufwärts. Aus der Plackerei wird langsam Spaß. Sie werden Muskeln spüren, wo Sie es nie für möglich gehalten haben. Sie bekommen ein ganz neues Körpergefühl.

Jetzt ist die Zeit gekommen, an den trainingsfreien Tagen die anderen Komponenten zu verbessern. Belegen Sie doch einmal in der Volkshochschule einen Pilateskurs, einen Yoga- oder Gymnastikkurs. Dort lernen Sie, wie Sie ohne Hilfsmittel Ihre Kraft stärken und gleichzeitig auch noch die Beweglichkeit und die Koordinationsfähigkeit steigern. Diese Übungen können Sie dann auch zuhause machen.

Nach drei Monaten können Sie sogar schon anfangen, eine neue Sportart zu lernen. Holen Sie doch Anregungen im Programm des Deutschen Sportbundes oder des deutschen Turnerbundes. Auch die LZG gibt Tipps für alle Altergruppen unter www.diebewegung.de.

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!