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Augen brauchen im Sommer besonderen Schutz
Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema lautet: „Augen brauchen im Sommer besonderen Schutz“.
Endlich Sommer! Straßencafés, Wochenendausflüge und Schwimmbadbesuche locken uns bei Sonnenschein ins Freie. Doch Sommer bedeutet auch intensive Sonnenstrahlen, Pflanzenpollen, Klimaanlagen und Chlorwasser, die unsere Augen reizen. Darum gilt: Augen brauchen im Sommer besonderen Schutz.
Dass wir im Sommer die Haut mit einer Sonnencreme schützen müssen, ist mittlerweile allgemein bekannt. Dass aber auch die Augen unter dem Sonnenlicht leiden, wird oft vergessen. Doch auf Hornhaut und Bindehaut kann man ebenso eine Art Sonnenbrand bekommen wie am Körper. Durch intensives Sonnenlicht können sich Bindehaut und Hornhaut entzünden – die akute Folge ist die so genannte Sonnenblindheit. Achtung vor allem, wenn Sie schwimmen, lesen – vor allem bei weißen Buchseiten – oder am Strand spazieren gehen. Dann bekommen Sie durch die Spiegelungen zusätzliche Sonnenstrahlen ab, sodass Sie von oben und von unten gleichzeitig bestrahlt werden. Das ist eine gesteigerte Belastung für Ihre Augen. Eine Augenentzündung schmerzt. Deshalb werden Sie anschließend wahrscheinlich von ganz alleine das richtige tun, nämlich die Sonne meiden und eine Sonnenbrille aufsetzen.
Allerdings ist die Augenentzündung nicht die einzige Folge schädlicher Sonneneinstrahlung. Zuviel helles Licht sorgt auch für eine frühere Trübung der Augenlinse, medizinisch als Katarakt oder Grauer Star bezeichnet. Mit einer getrübten Linse kann man generell weniger klar und farbenfroh sehen. Deshalb ist es sinnvoll, seine Augen regelmäßig vor Sonnenstrahlen zu schützen.
Die gefährlichste Folge von zu viel und zu intensivem Sonnenlicht tritt ebenfalls erst Jahrzehnte später ein. Es ist die altersbedingte Makuladegeneration, die häufigste Ursache einer hochgradigen Sehstörung im Alter. Dabei wird die Netzhaut im Innern des Auges an der Stelle des schärfsten Sehens geschädigt. Dies führt zwar nicht zur Blindheit, aber die Einschränkungen im täglichen Leben sind so gravierend, dass der betroffene Patient einen Anspruch auf Blindenhilfe geltend machen kann. Seit kurzem weiß man, dass eine ungeschützte Sonneneinstrahlung von mehr als fünf Stunden pro Tag dazu führt, dass vermehrt Pigmente in der Netzhaut eingelagert werden, was das Risiko einer altersbedingten Makuladegeneration vervielfacht.
Sonnenhüte und gute Sonnenbrillen können das Risiko für Augenschäden vermindern. Insbesondere Menschen mit hellen Augen sollten vorsorglich bereits bei hellem Licht eine Sonnenbrille aufsetzen. Menschen mit dunklen Augen sind von Natur aus etwas unempfindlicher, denn in ihren Augen befinden sich mehrere Pigmentschichten, die die UV-Strahlungen schlechter durchdringen können. Auf die Sonnenbrille sollten sie im Sommer aber trotzdem nicht verzichten. Wenn Sie Urlaub im Gebirge machen, sollten Sie Ihre Sonnenbrille wegen der dort erhöhten UV-Strahlung auch an trüberen Tagen aufsetzen.
Achten Sie bei der Wahl der Sonnenbrille auf einen ausreichenden UV-Filter und nicht nur auf die Tönung zur Reduzierung der Blendung. Die Brille sollte die Bezeichnung UV 380 oder besser noch UV 400 haben, das heißt, sie schützt vor Strahlungen bis zu 400 Nanometern. Das CE-Zeichen garantiert, dass der UV-Schutz auch wirklich für diesen Bereich gilt. Sind die Brillen nur getönt, sollten Sie die Hände davon lassen. Diese sind sogar gefährlicher als der Verzicht auf eine Sonnenbrille. Denn durch die Tönung wird der Selbstschutz des Auges, die Verengung der Pupillen, ausgebremst. Die UV-Strahlen können dann völlig ungehindert in die Tiefen des Auges vordringen und hier Schäden verursachen.
Der Sommer bringt allerdings noch weitere Belastungen für das Auge mit sich. Denn Klimaanlagen verringern die Luftfeuchtigkeit und lassen den natürlichen Tränenfilm des Auges schneller verdunsten. Feuchten Sie daher auch im Sommer die Raumluft an, indem Sie Wassergefäße aufstellen. Im Auto oder im Hotelzimmer können Sie die Klimaanlage auch häufiger einmal ausstellen. Ihre Augen wird es freuen. Auch wenn es beim Einsteigen in ein aufgeheiztes Auto verlockend ist: stellen Sie das Gebläse nicht in Richtung Gesicht und vermeiden Sie auch Zugluft durch offene Fenster. Sie riskieren sonst eine schmerzhafte Bindehautentzündung.
Das Chlorwasser in Schwimmbädern reizt häufig die Augenschleimhäute: sie jucken oder fangen zu brennen an. Machen Sie es daher wie die Profis und tragen Sie eine Schwimmbrille. Auf keinen Fall sollten Sie nach dem Schwimmen so genannte Augenweißer benutzen. Zwar verengen Augenweißer die feinen Blutgefäße in der Bindehaut, womit die Rötung zurückgeht. Mit der Zeit aber fördern sie die Mehrdurchblutung des Auges, das sich dann immer stärker rötet.
Wer unter Heuschnupfen leidet, für den sind Augentropfen allerdings sinnvoll. Denn bei Pollenallergikern reagieren die Augenlider und Bindehaut fast immer mit. Hier wird durch den Kontakt mit Blütenpollen Histamin freigesetzt, was zur Tränenbildung und zu Entzündungen führt. Moderne Augentropfen verhindern die Ausschüttung von Histamin. Sind Sie Kontaktlinsenträger, sollten Sie vor dem Einträufeln der antiallergischen Augentropfen Ihre Kontaktlinsen herausnehmen. Generell sollten Sie während der Pollenflugzeit die Kontaktlinsen eher selten tragen, denn diese können die ohnehin schon strapazierten Augen zusätzlich reizen und eine Bindehautentzündung verschlimmern.
Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!
© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, Redaktion: Birgit Kahl






