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Stress am Arbeitsplatz

Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema: 2Stress am Arbeitsplatz".

"Hilfe, mein Job frisst mich auf!" - tagtäglich beklagt sich fast jeder dritte Beschäftigte über die zunehmenden psychischen Belastungen an seinem Arbeitsplatz. Stress ist inzwischen nach den Rückenschmerzen das zweitgrößte berufsbedingte Gesundheitsproblem. Experten bringen 50 bis 60 Prozent der Fehlzeiten in einen direkten Zusammenhang mit Stress am Arbeitsplatz. Das kostet unsere Volkswirtschaft jährlich mehrere Milliarden EURO.

Betrachten wir das Phänomen Stress entwicklungsgeschichtlich, so handelt es sich um eine für den Menschen überlebensnotwendige Reaktion. Stressreaktionen wie erhöhter Herzschlag und Blutdruck, beschleunigte Atmung und Muskelanspannung halfen unseren Vorfahren zum Beispiel beim Kampf mit oder der Flucht vor wilden Tieren. Das war durchaus sinnvoll und lebenserhaltend.
Heute unterscheiden wir zwischen Eustress und Disstress. Eustress ist die positive Form von Stress, die uns in einen Bereich des Wohlbefindens bringt und damit unsere Leistungsfähigkeit optimal steigert. Dagegen steht der negative Disstress, der zu Erschöpfung, Ermüdung und Krankheit führt und unsere Leistungsfähigkeit vermindert.

In der modernen Arbeitswelt verhindern häufige oder lang andauernde Stressreaktionen in Form von Disstress die Lösung von Problemen und sind der Gesundheit abträglich. Die durch Stress freigesetzten Energiereserven können nicht ausagiert werden, die notwendige Entspannung bleibt aus. Auf einen solchen chronischen Stresszustand reagiert der Körper mit Krankheit.

Fachleute schätzen, dass 16 Prozent der Herz-Kreislauferkrankungen bei Männern und 22 Prozent bei Frauen auf Stress am Arbeitsplatz zurückzuführen sind. Aber auch zahlreiche andere chronisch-degenerative Erkrankungen können durch Stress ausgelöst werden. Dazu gehören Muskel- und Skeletterkrankungen, Depressionen und auch Krebs.

Zum Stressabbau hat sich die Kombination von zwei Zugangswegen bewährt:

Zum ersten ist es sinnvoll, dass sich der Arbeitnehmer selbst geeignete Strategien und Verhaltensweisen zum Stressabbau aneignet. Zum zweiten ist es wichtig, dass der Arbeitgeber durch organisatorische Veränderungen der Arbeitsbedingungen ebenfalls einen Beitrag leistet, arbeitsbedingten Stress zu vermindern oder - noch besser - zu verhindern.

Die Europäische Union hat dazu einen Leitfaden entwickelt, der den Sozialpartnern eine ganze Reihe von Vorschlägen unterbreitet, Stressoren in der Arbeitswelt zu verringern:
Dazu zählen in vielen Fällen einfache organisatorische Veränderungen. Zum Beispiel, den Mitarbeitern ausreichend Zeit geben, ihre Aufgaben zu erledigen, durch Wertschätzung die Arbeitszufriedenheit erhöhen und schädliche physikalische Einwirkungen am Arbeitsplatz zu verringern.

Zur Prävention von arbeitsbedingtem Stress und arbeitsbedingten Gesundheitsstörungen schlägt die Europäische Union den Unternehmen, den Gewerkschaften und den einzelnen Arbeitnehmern vor, in sieben Bereichen organisatorische Verbesserungen:

• Die Arbeitsbelastung sollte mit den Fähigkeiten und Ressourcen des Einzelnen in Einklang stehen,

• Arbeitsinhalte sollten sinnvoll und reizvoll sein,

• Funktionen und Verantwortungen im jeweiligen Arbeitsbereich sollten klar geregelt sein,

• die soziale Umgebung am Arbeitsplatz sollte so gestaltet sein, dass gegenseitige Unterstützung und Hilfestellung möglich sind,

• Mitarbeiter sollten an Entscheidungen, die ihren Arbeitsplatz betreffen, mitwirken können,

• die Arbeitszeitplanung sollte Konflikte mit außerberuflichen Verpflichtungen vermeiden und

• im Hinblick auf die berufliche Zukunft sollten lebenslanges Lernen und Beschäftigungsfähigkeit gefördert werden.

Die Umsetzung dieser Forderungen ist keineswegs utopisch. Dazu gibt es auch in Deutschland inzwischen genügend gute Praxisbeispiele. Es stimmt zwar, dass dieser Weg Zeit und Mühe kostet - als Ertrag ist andererseits mit einem optimalen Kosten-Nutzen-Verhältnis für alle Beteiligten zu rechnen.

Weitere Informationen können Sie im Leitfaden "Stress am Arbeitsplatz" der Europäischen Kommission und auf der "Gesundheitspostkarte" der LZG nachlesen. Zu beziehen gegen 1,44 Euro Rückporto in Briefmarken.

Die Adresse ist: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Karmeliterplatz 3 in 55116 Mainz.

Die "Gesundheitspostkarten" finden Sie auch im Internet unter www.taeglich-fit.net

Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz, Telefon 06131/2069-0.

Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!