Gesundheit
Gesundheitstelefon
Themen A bis H
Alkohol und Arbeit
Alkoholfreie Drinks
Alkohol als Herzrisiko
Alkohol im Straßenverkehr
Alkoholkonsum
Alkopops
Allergie und Beruf
Allergie und Düfte
Alter - Stürze
Anti Aging
Arbeit und Mobbing
Arbeit und Stress
Asthma und Sport
Augenschutz und Sonne
Behinderung
Bewegung im Alltag
Bewegung im Alter
Bewegung in der Familie
Bewegung ist gesund
Blasenschwäche
Bluthochdruck
Bronchitis
Brustkrebs leben
Brustkrebs - Partner
Brust-Life
Burnout
Computerarbeit
Darmspiegelung
Demenz und Angehörige
Demenz und Musik
Demenz verstehen
Depression - erschöpfte Seele
Depressionen
Diabetes leben
Diabetes Typ 2 verstehen
Diabetes und Sport
Diät als Hungerkur
Drittes Lebensalter
Einfacher leben
Eisenmangel
Erkältung
Erste Hilfe
Extremsport
FamTische - Suchtprävention
Fasching
Fibromyalgie
Fieber
Fingernägelkauen
Fit am Arbeitsplatz
Fit an Feiertagen
Fit im Frühling
Fit im Herbst
Fit im Sommer
Fit im Winter
Frauengesundheit
Früherkennung von Krebs
Gartenarbeit
Geschlechtskrankheiten
Gestörter Schlaf
Gesund älter werden
Gesunde Schwangerschaft
Gesunder Schlaf
Gesundheits-Check
Gewalt gegen Frauen
Grippewelle
Gut gesund leben
Handy
Hausmittel
Hausstaubmilbe
Haut als Schutzmantel
Haut im Winter
Hautkrebsvorsorge
Herbstdepression
Herzinfarkt erkennen
Herzinfarkt - Vorboten
Heuschnupfen
Hildegard von Bingen
Hirntraining
Hitzealarm
Sturzprophylaxe im Alter
Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema: „Sturzprophylaxe im Alter“.
Keiner ist davor gefeit, das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen. Stürze durch Stolpern oder Ausrutschen und auch Stürze aus der Höhe, von Treppen und Leitern sind mit Abstand die häufigste Unfallursache im Haushalt. Viele Stürze passieren durch Leichtsinn oder Unachtsamkeit, aber auch mangelnde Bewegungskoordination und Reaktionsfähigkeit können Ursache eines Sturzes sein. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahren mindestens einmal pro Jahr stürzt. Besonders das Risiko von Stürzen mit schweren, im Extremfall tödlichen Schädigungen nimmt im Alter steil zu. So unterliegen 70 – bis 74-jährige Menschen einem doppelt so hohen, 75- bis 79-jährrige einem dreifach, 80- bis 84-jährige einem sechsfach und über 84-jährige Menschen einem vierzehnfach überhöhten Risiko an einer Sturzverletzung zu sterben. Im Jahr 2002 kamen in Rheinland-Pfalz 254 Menschen durch Stürze ums Leben. Mehr als 70% dieser Unfallopfer waren über 64 Jahre alt.
Neben Kopfverletzungen spielen bei schweren Sturzverletzungen Brüche des Oberschenkelknochens nahe dem Hüftgelenk die Hauptrolle. Bei alten Menschen heilen solche Brüche oft nur schlecht. Mehr als die Hälfte der Menschen sind nach dem Bruch in ihrer Beweglichkeit erheblich eingeschränkt, 20 Prozent werden sogar ständig pflegebedürftig.
Hinzu kommt: Wer einmal gestürzt ist und sich dabei
verletzt hat, bekommt Angst, dass es auch ein zweites Mal passieren
könnte. Und damit beginnt ein gefährlicher
Teufelskreis. Denn in der Folge bewegen sich diese Menschen noch
weniger als vorher. Die Muskelkraft lässt nach, sie werden
immer unsicherer. Und – wer unsicher und ängstlich
ist, bei dem steigt das Risiko erheblich an, erneut hinzufallen.
Dies alles macht deutlich, von welch großer Bedeutung es ist,
vorbeugend aktiv zu werden, um Stürze zu verhindern.
Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass körperliches Training im Alter die effektivste Maßnahme ist, um Stürze zu verhindern. Denn es liegt außer an Schwindelanfällen und schlechten Augen vor allem an der reduzierten Muskelkraft und an der schlechten Koordination der Muskelaktivierung, dass ältere Menschen so häufig hinfallen. Wenn Menschen sich im Alter zu wenig bewegen, lässt auf Dauer auch die Reaktionsfähigkeit nach. Die Folge: Der Körper kann in Gefahrensituationen nicht schnell genug reagieren. Wenn Sie dann, wie das häufig passiert, falsch auf einer Treppenstufe aufkommen oder auf etwas rutschigem Untergrund gehen, kann sich Ihr Körper nicht schnell genug darauf einstellen. Statt sich schnell noch abfangen zu können, fallen Sie hin. Es kann passieren, dass der Körper im Laufe der Zeit sogar mit plötzlichen Positionsveränderungen wie schnellem Aufstehen oder mit Drehungen und Neigungen nach vorn oder nach hinten nicht mehr klarkommt. Die Folge: Stürze, Brüche, Krankenhausaufenthalte.
Doch all das muss nicht sein: Wer sich regelmäßig bewegt, kann damit das Risiko zu fallen, erheblich reduzieren. Vor allem Krafttraining und Balance-Übungen helfen dabei, sich auch im Alltag sicherer zu bewegen. In einer Untersuchung haben Ärzte des Geriatrischen Zentrums in Ulm älteren Menschen mehrmals wöchentlich ein Kraft- und Balance-Training verordnet. Das Ergebnis: Nur noch halb so viele Heimbewohner stürzten, die Zahl der Knochenbrüche reduzierte sich um ein Drittel.
Spüren auch Sie Unsicherheiten in Ihrem Gang oder
haben Sie ab und zu Gleichgewichtsstörungen? Dann
könnten auch Sie sturzgefährdet sein. Umso wichtiger
ist es, sich viel zu bewegen – vorausgesetzt Ihr Arzt ist
damit einverstanden. Denn: Mit einem speziellen Training kann sogar ein
hundertjähriger Mensch seine Kraft und sein Gleichgewicht
verbessern. Besonders gut ist ein Training zum Aufbau von Muskulatur,
vor allem an Beinen, Po und Rücken, Bauch, Schultern und
Armen. Krafttraining kann an Geräten gemacht werden, aber auch
mit Kleingeräten wie Hanteln, elastischen Bändern
oder einfach auf der Matte. Genauso wichtig ist es, dass Sie Ihre
Körper-Koordination trainieren. Das tun Sie dann, wenn Sie
sich auf Musik bewegen, einen Ball werfen und fangen, Arme und Beine
gleichzeitig bewegen oder auf einem Bein stehen. Jede Bewegung, die neu
ist und für den Körper eine Herausforderung
darstellt, trainiert auch Ihre Koordination.
Erkundigen Sie sich, ob es ein Sportangebot in Ihrer Nähe
gibt, das Sie gut erreichen können und das Ihnen
Spaß macht!
Sie können aber noch mehr tun, um Stürze zu verhindern:
• Lassen Sie nachts immer ein kleines Licht im Haus brennen, damit der Gang auf die Toilette nicht im Stockdunkeln erfolgen muss.
• Räumen Sie den Weg vom Bett zum Badezimmer frei, damit Sie nicht stolpern.
• Versehen Sie Treppenstufen mit einem Handlauf.
• Teppiche und Läufer rutschen schon mal schnell weg. Dies können Sie verhindern, indem Sie sie fest am Boden mit Teppichklebeband fixieren.
• Auch Kabel, die quer durchs Zimmer laufen, können zu einer Stolperfalle werden.
• Statten Sie Ihr Bad mit Haltegriffen und Antirutschmatten vor und in der Wanne oder der Dusche aus.
• Handtücher und Badeutensilien sollten in der unmittelbaren Nähe liegen und ohne großen Balanceakt greifbar sein.
Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG), Hölderlinstraße 8, 55131Mainz, Telefon 06131/2069-0.
Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!






