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Allergien und Berufswahl: Damit der Traumberuf kein Traum bleibt
Guten Tag, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema heute „Allergien und Berufswahl: Damit der Traumberuf kein Traum bleibt“.
Ute ist 16 Jahre alt. In ihrer Familie sind alle
Bäcker. Seit Generationen besitzt die Familie eine
Bäckerei, hat ihren Betrieb modernisiert und den Laden
ausgebaut. Für Ute ist es selbstverständlich, dass
sie Bäckerin wird, doch hat sie eine Neigung zu Asthma. Was
nun?
Der Traumberuf von Sven, 17 Jahre, ist Maler. Nach der
üblichen Bewerbungstour hat er einen Ausbildungsplatz
gefunden. Doch sein lang ersehnter Berufsstart war
ernüchternd. Sven entwickelte eine Farballergie. Ein
berufliches Aus!
Damit die Berufswahl nicht zur Qual wird, ist es
ratsam, sich im Vorfeld zu informieren, möglichst schon vor
der Bewerbung. Damit rechtzeitig erkannt wird, was von den
Berufsträumen ein Traum bleiben muss und was Bestand
für die eigene Zukunft hat. Denn persönliche
Enttäuschungen und kostenintensive Umschulungen lassen sich
vermeiden.
Allergie – was ist das eigentlich?
Unter Allergie versteht man eine
Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers gegen fremde
Stoffe aus der Umwelt. Diese Stoffe, Allergene genannt, sind eigentlich
nicht gesundheitsschädlich. Zu ihnen gehören zum
Beispiel Pollen, Hausstaub, Tierhaare, Nahrungsmittel, Chemikalien oder
Medikamente. Inzwischen gibt es über 20.000 Stoffe, von denen
eine allergieauslösende Wirkung bekannt ist. Aus bisher
ungeklärter Ursache stuft der Körper sie als
gefährlich ein. Er reagiert mit Abwehrmaßnahmen.
Dies führt zu allergischen Reaktionen. Bei
Soforttyp-Reaktionen entwickeln entsprechend veranlagte Menschen durch
Kontakte mit Gräsern, Pollen, Hausstaub, Tierhaaren,
Insektenstichen und Arzneimitteln Symptome, wie beispielsweise
Heuschnupfen, Asthma oder Hautquaddeln, und zwar innerhalb weniger
Minuten nach Kontakt. Typisches Beispiel für eine Allergie vom
verzögerten Typ ist eine Kontaktallergie, die sich durch einen
Hautausschlag (Ekzem) an der Kontaktstelle mit dem Allergen
äußert und nach 48 bis 72 Stunden ihren
Höhepunkt erreicht. Die häufigsten Kontaktallergene
sind Nickelsulfat, oft in Modeschmuck enthalten, und Duftstoffe.
Allergien – was kann ich eigentlich
dafür?
Die Ursachen für Allergien und insbesondere
für die Zunahme allergischer Erkrankungen bei Kindern
– betroffen sind bis zu 30 Prozent aller Kinder bis zum
elften Lebensjahr – sind bisher nur teilweise bekannt. Es
werden Umweltfaktoren wie Luftverschmutzung und oder Zusatzstoffe in
Nahrungsmitteln diskutiert. Für die Mehrzahl der Allergien
liegt eine erbliche Vorbelastung vor. Diese Form der Allergie nennt man
atopische Erkrankung. Dazu gehören Neurodermitis, allergisches
Asthma, Heuschnupfen und Nahrungsmittelallergie.
Allergie – und was kann ich dagegen tun?
Wer Probleme mit Allergien hat oder wer sich für einen Beruf interessiert, der den ständigen Kontakt mit einer Vielzahl von Allergien mit sich bringt, sollte aktiv werden.
Hierzu fünf Ratschläge:
1. Familiäre Dispositionen abklären
Es ist wichtig herauszufinden, ob Eltern und Geschwister unter Allergien leiden oder früher gelitten haben. Auch Allergien, die zur Zeit nicht aktiv sind, können dennoch vererbt werden!
2. Frühzeitig feststellen, ob eine Allergie besteht
Wenn man zu Ekzemen neigt, wenn eine Akne einfach nicht verschwindet, wenn die Nase eigentlich dauernd läuft und man sich schon daran gewöhnt hat, wenn man regelmäßig Heuschnupfen bekommt, dann ist der Zeitpunkt der Berufswahl genau geeignet, um die Ursachen zu klären.
3. Rechtzeitig mit der Berufsorientierung beginnen
Wenn man eine Allergie hat oder dazu neigen könnte, empfiehlt es sich, rechtzeitig alle Ausbildungsmöglichkeiten sorgfältig abzuklopfen. Eigeninitiative und eine frühzeitige Bewerbung schützen davor, dass man nehmen muss, was zum Schluss übrig bleibt.
4. Sich rechtzeitig um eine gute Fachärztin oder einen guten Facharzt kümmern
Wichtig ist es, die Berufsentscheidung aufgrund einer Untersuchung durch eine Fachärztin oder einen Facharzt zu treffen. Nach dem Jugendschutzgesetz wird eine Untersuchung bei der Aufnahme der Ausbildung automatisch vorgenommen. Doch auch wenn Jugendliche bei Beginn ihrer Ausbildung bereits volljährig sind, sollten sie unbedingt eine ärztliche Untersuchung vornehmen lassen.
5. Frühzeitig die Berufsberatung in Anspruch nehmen
Wenn die Beraterin oder der Berater über ein mögliches Allergierisiko informiert ist, können sie geeignete Berufe vorschlagen. Für Jugendliche mit Hautallergien können beispielsweise Berufe wie LackiererIn, FriseurIn oder ChemiewerkerIn problematisch sein. Bei allergischen Atemwegserkrankungen ist Vorsicht geboten bei Berufen wie BäckerIn, MaurerIn oder TischlerIn. Bei Berufen in der Verwaltung, in der Datenverarbeitung, im Sozialdienst oder im handwerklichen Bereich wie in der Feinmechanik ist das Allergierisiko dagegen geringer. Mit einer gezielten Beratung ist es leichter einen geeigneten Beruf zu finden, der auch Spaß macht!
Wer ist Ansprechpartner, wenn ich Fragen habe?
Die Broschüre „Allergien und Berufswahl“ der LZG informiert anschaulich und in einer jugendgemäßen Sprache über Ursachen von Allergien, Handlungsmöglichkeiten für die Phase der Berufsfindung und Ansprechpartner in Ihrer Nähe. Die Broschüre erhalten Sie kostenfrei bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz oder über unser Broschürentelefon unter der Nummer 06131 / 20 69 31.
Vielen Dank für Ihr Interesse, einen guten Rutsch und bleiben Sie auch im neuen Jahr gesund!






