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Vordenker
Wenn die überlieferten Daten zutreffen, wurde vor annähernd 2500 Jahren (genauer: so um 460 vor Christus) in Griechenland ein Mann namens Hippokrates geboren. Er entwickelte sich zu einem der angesehensten Medizin- und Naturwissenschaftler des europäischen Altertums. Seine Wertschätzung in Fachkreisen überdauerte zweieinhalb Jahrtausende: Noch jetzt schwören junge Ärzte auch hier bei uns den „hippokratischen Eid“, eine berufsethische Verpflichtungserklärung.
Viel mehr von seinen ganzheitlichen Gesundheitsbotschaften ist jedoch in der heutzutage vorherrschenden „Reparaturmedizin“ nicht wiederzufinden. Dabei enthalten doch gerade die sechs Regelkreise des Hippokrates eine Fülle von Anleitungen zur Vermeidung bedrohlicher Zivilisationskrankheiten der Neuzeit. Diese müßten allerdings mit Überzeugungskraft und fachlicher Kompetenz an die Mitbürger weitervermittelt werden, um sie zu bestmöglicher eigener Befindenssteuerung zu befähigen.
Das Netzwerk der Ratschläge umfasst:
- Aufmerksamkeit für den Körper (Körperhygiene, Körpertraining, Sexualleben)
- Quantitativ und qualitativ ausgewogene Ernährung
- Beachtung der biologischen Lebensrhythmik (Schlafen und Wachsein)
- Gleichgewicht zwischen Aktivität und Passivität, d.h. Wechsel von Arbeit und Muße, Leistung und Erholung
- Umgang mit sich selbst und anderen (Steuerung der Gefühle wie Angst, Trauer, Scham, Zorn; Bewältigung von Konflikten)
Offen gestanden: Schon zu Lebzeiten des Hippokrates setzten sich seine zweifellos beachtenswerten Lebensordnungsprinzipien nicht als allgemein praktizierter Lebensstil breiter Bevölkerungskreise durch. Sonst wären den späteren Generationen vielleicht sogar manche verheerenden Epidemien erspart geblieben. Auch in der Gegenwart geht es noch immer darum, die Menschen zur Abkehr von ungesunden Verhaltensgewohnheiten und Rahmenbedingungen zu motivieren. Gut gemeinte, aber allzu schmalspurig angelegte Aufklärungskampagnen staatlicher und anderer Einrichtungen blieben jahrzehntelang nahezu wirkungslos. Hierdurch gerieten mehrere aufwendige Krankenversicherungssysteme (darunter das deutsche) in erhebliche Kostenbedrängnis.
Einen Ausweg aus dem Dilemma weist das Europäische Wellness Modell. Dessen Motto „Gesundbleiben macht Spaß“ zieht sich als roter Faden durch ein wissenschaftlich abgesichertes Konzept zur schrittweisen Erweiterung des individuellen Handlungsspielraumes für körperliches, geistig-seelisches, gesellschaftliches und ökologisches Wohlbefinden. Der weise Hippokrates wäre damit gewiss einverstanden gewesen.
S.M.
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