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Kennen Sie “Letting Go”? Loslassen lernen!
Die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts stand im Zeichen der ungehemmten Ausbreitung zeittypischer Zivilisationskrankheiten, insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems. Im Gegensatz zu den schicksalhaften Seuchen früherer Generationen (Pest, Cholera usw.) handelt es sich bei dieser neuzeitlichen "Epidemie" um das selbstgefährdende Nebenprodukt des Lebensstils leistungsbeflissener Wohlstandsgesellschaften.
Nur wenige vermochten einen natürlichen Abwehrinstinkt gegen die als moderne Lebensqualität missverstandenen Verhältnisse zu entwickeln oder ihn gar im Alltag zu praktizieren. Viele andere nahmen die Gesundheitsrisiken als scheinbar unvermeidlichen Preis für einen steigenden Lebensstandard in Kauf. Die alte Weisheit "Vorbeugen ist besser als Heilen" geriet in Vergessenheit. Fortan wurde unter Gesundheitsvorsorge das Zahlen hoher Versicherungsbeiträge - gefolgt von ungehemmter Ausnutzung der so erworbenen Anrechte - verstanden.
Von amerikanischen Wellnessexperten stammt der Vergleich dieses selbstschädigenden Festhaltens an krankmachenden Wertvorstellungen, Gewohnheiten und Rahmenbedingungen mit der „Affenklemme“. Gemeint ist eine in bestimmten Regionen angewandte Methode zum unblutigen Einfangen dieser Tiere. Man präpariert dort verschiedene hohle Bäume derart, dass ein handschmaler Zugang ins Innere entsteht. Durch das Schlupfloch werden dann z.B. Bananen sehr auffällig in den Hohlraum geschoben. Sobald die Jäger ausser Sicht sind, nähern sich die Mutigsten (oder Gierigsten) der Horde dem beobachteten Vorratsversteck, schieben einen Arm mit schlank ausgestreckten Fingern durch das enge Loch, ertasten und umklammern die Frucht - und werden selbst zur Beute: Mit einer senkrecht in besitzergreifender Faust stehenden Banane führt kein Weg rechtzeitig durch die schmale Öffnung zurück.
Das etwas drastische Gleichnis propagiert als bessere Alternative den Verhaltenskodex des LETTING GO (d.h. des Loslassenkönnens, der Selbstdistanzierung von vermeintlich vorteilhaften und deshalb verinnerlichten, in Wirklichkeit aber nicht förderlichen Einstellungen).
Auch die umfassende Lebensrezeptur des Europäischen Wellness Modells zielt auf eine geistige und emotionale Vermittlung von Bewusstseinserweiterungen, Zukunftsvisionen, Erfolgserlebnissen sowie anderen Impulsen zur selbstverantwortlichen Befindenssteuerung ab. In der Tat kommt es darauf an, falsch orientierte Vorstellungen, Gefühle sowie Handlungsweisen durch erlebbare Freude am Gesundbleiben neu zu programmieren.
G.M..
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