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Editorial

von Gisela Malich, MA, Wesseling (EWU)

Wellness boomt. Für Trendforscher ist noch nicht absehbar, wann und ob überhaupt eine Wende eintritt.

Als wir im Herbst 1990 die EUROPÄISCHE WELLNESS UNION gründeten (nach der AKTION PRÄVENTION 1987), hatten wir die Vision, dass nach 5–10 Jahren Wellness für den deutschsprachigen Raum ein Begriff sein sollte. Die Vision hat sich fast erfüllt, aber die Verwirklichung sehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Es gibt kaum einen Bereich, bei dem man sich mit soviel Oberflächlichkeit begnügt. Wellness wurde zur Worthülse für alles, was bloßem Wohlfühlen, Luxuriösem und damit verbundenem Lebensstil entspricht. Warum Tonnen von Wellnessprodukten diese Deklarierung kaum verdienen, erläuterten wir bereits im EWU-Journal 4/97 („Wellness als Mogelpackung?“).

Leider haben zu Beginn der Verbreitung der Wellness-Bewegung viele so genannte „Experten“ es kaum für nötig befunden zu erklären, was Wellness bedeutet, welcher tiefere Inhalt hier zugrunde liegt. Dass es sich dabei um eine ganzheitliche Gesundheitsrezeptur handelt, spricht sich mehr und mehr herum. Das Bedürfnis der Gesundheitsinteressierten an ausführlichen Informationen zu diesem Thema stieg enorm. Das drückt sich auch in den Anfragen bei der EWU aus. Insbesondere Medieninterviews aller Art nahmen in den letzten Monaten erheblich zu.

Man hat uns häufig gefragt, ob wir Wellness nicht zu wissenschaftlich definieren. Bestimmt nicht, denn Anleitungen zu Verhaltensänderungen zum Wohle jedes Einzelnen können nicht ernst genug genommen werden. Dennoch, „Gesundbleiben macht Spass“ war schon unser Slogan bei der Pressekonferenz 1987 zur Gründung der AKTION PRÄVENTION. Aber Wellness ist eben mehr als nur Spassbad oder passiv genossene Streicheleinheiten. Der Branchenreport Wellness 2000 der BBE-Unternehmensberatung beschäftigt sich sehr gründlich mit dem Freizeitverhalten unserer Mitbürger.

Im Gegensatz zum Tourismus findet Wellness hierzulande – anders als in Nordamerika – bedauerlicherweise noch keine ernsthafte Beachtung bei der Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. So bleiben Chancen für alle Sozialpartner ungenutzt.

Trotz allem: Wellness wird in Zukunft bei seriöser und qualifizierter Anwendung für zahlreiche Berufsgruppen gute Aussichten eröffnen.

Abschließend danken wir für die vielen Glückwünsche, Ermutigungen und Anregungen anlässlich des Jubiläums der EWU. Als Sprecher für alle lassen wir Professor Hollmann mit einem Gastkommentar zu Wort kommen.

Ihre Gisela Malich, MA

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