Elternschule – Gemeinsam fit für eine gesunde Familie
Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema: „Elternschule – Gemeinsam fit für eine gesunde Familie“
Als Mutter oder Vater will man eigentlich möglichst alles richtig machen, damit es dem Nachwuchs gut geht und er die besten Startchancen für sein späteres Leben erhält. Aber was ist denn das Beste für ein Kind? Was hält ein Kind gesund?
Soll man ihm mehr Freiraum in der Entwicklung lassen, oder es stärker anleiten? Soll das Kind schon vor der Schule lesen und rechnen lernen, oder langweilt es sich dann im Unterricht? Was tun bei ständig schreienden Babys? Welche Ernährung braucht ein Kind? Wie viel Bewegung? Wie viel Fernsehen schauen tut gut?
Allen Eltern werden diese Fragen bestens vertraut sein. Vor allem, wenn Ihre Kinder noch sehr klein sind. Dies ist deshalb der beste Zeitpunkt für Eltern, selbst noch einmal in die Schule zu gehen – in die Elternschule nämlich. Eine solche bietet derzeit die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz zusammen mit der Allgemeinen Zeitung Mainz an, unter der Schirmherrschaft von Gesundheitsministerin Malu Dreyer und Bildungsministerin Doris Ahnen. Die ersten „Unterrichtsstunden“ werden in Mainz abgehalten, weitere folgen landesweit. Insgesamt sind für 2005 etwa 60 Veranstaltungen geplant die Sie auf unserer Homepage www.lzg-rlp.de aufrufen können.
Die Grundidee der Elternschule lautet: Fördern und fordern. Das heißt, Sie lernen, wie Sie Ihr Kind in seinen Fähigkeiten und Begabungen unterstützen können. Sie lernen aber auch, in welchen Bereichen Sie Ihrem Kind Grenzen setzen sollen. Denn ohne Grenzen von außen kann Ihr Kind keinen richtigen Halt in dieser Welt erwerben. Dabei ist Ihre Rolle als Elternteil unbeschreibbar wichtig. Denn was Sie tun, will Ihr Kind zunächst kopieren und nachahmen. „So wie es die Eltern machen, ist es richtig“, das ist die Meinung Ihres Kindes. Und so schön dieses Urvertrauen auch ist, so groß ist auch die Verantwortung, die Ihnen damit in die Wiege gelegt wurde.
Das heißt, zum Beispiel wenn Sie Ihr Kind im Streit abwerten und dann im Zorn die Türen schlagen, dann setzen Sie sich zwar durch. Aber Ihr Kind wird Ihre Art der Auseinandersetzung imitieren. Auf diese Weise lernt es nicht, dass man verschiedene Meinungen haben darf. Und es lernt schon gar nicht, seine eigene Meinung zu begründen, oder eine andere Meinung zu akzeptieren. Das aber wäre wichtig, um im späteren Leben Achtung vor sich selbst und Achtung vor anderen Menschen zu haben.
Ein anderes Beispiel: Ihr Kind lernt vielleicht gerade im Kindergarten, dass es jeden Tag frisches Obst und Gemüse essen soll, und nicht so viel Fett. Und dann zuhause wird oft nur eine Pizza in den Ofen geschoben oder es gibt Hamburger oder Spagetti. Das ist jetzt natürlich übertrieben dargestellt. Aber wie soll ein Kind auf diese Weise lernen, wie gesundes Essen schmeckt oder wie man es zubereitet?
In der Elternschule erhalten Sie deshalb Anregungen zu gesundheitsförderndem Verhalten. Darüber hinaus geht es auch darum, inwieweit Ihnen Ihre eigene Erziehung einen Streich spielt. Denn auch Sie sind natürlich von der Erziehung Ihrer Eltern geprägt, und geben mitunter deren Erziehungsmaßstäbe weiter. Darüber nachzudenken und etwas zu verändern, dazu regen Gesprächsrunden an.
Die Unterrichtseinheiten der Elternschule können als Einzelveranstaltung, aber auch als ein Gesamtes belegt werden. Kostenlos sind sie alle. Sie haben die Wahl zwischen Workshops, Gesprächskreisen und Vorträgen mit Diskussionsrunden.
Im dreiteiligen Workshop „Elterntraining“ geht es beispielsweise um folgende Themen: Grenzen setzen, richtig Streiten, Gefühle erkennen und tolerieren, der Familienrat und vieles mehr.
In gesonderten Einzelvorträgen stehen dann etwa folgende Informationen im Vordergrund: Impfen, gesunde Ernährung, Ess-Störungen, Übergewicht, Allergien und chronische Hautkrankheiten, Bewegungs- und Sprachförderung.
Parallel dazu bilden sich auch die Erzieherinnen und Erzieher von Kindertagesstätten und Kindergärten über die Inhalte der Elternschule weiter. Sie werden für ihre Elternarbeit zu Gesundheitsthemen informiert. Deshalb können Sie das, was Sie im Elternunterricht gelernt haben, gerne auch mit den Erzieherinnen und Erziehern noch einmal besprechen. Das kann nämlich sehr wertvoll für Sie sein. Denn diese Menschen betreuen Ihr Kind viele Stunden pro Tag. Sie erleben es gut gelaunt und schlecht gelaunt. Und vor allem erleben die Erzieherinnen und Erzieher Ihr Kind auch zusammen mit anderen Kindern. Sie machen daher ganz andere Beobachtungen als Eltern. Scheuen Sie sich also nicht, mit den Erzieherinnen und Erziehern zu sprechen: Über Ihre Sorgen oder auch über neue Anregungen aus der Elternschule.
Die einzelnen Termine können Sie auf unserer Internetseite www.lzg-rlp.de oder in der Allgemeinen Zeitung Mainz nachlesen. Hier werden Sie auch regelmäßig über die neuen Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Elternschule auf dem Laufenden gehalten.
Unsere Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Karmeliterplatz 3, 55116 Mainz, Telefon 06131/2069-0.
Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!






