Zähne und Psyche - wenn die Seele knirscht

Dröhnende Kopfschmerzen und Rückenverspannungen gleich nach dem Aufwachen? Oder Druck in den Ohren und Muskelkater im Kieferbereich? Und morgens fühlen Sie sich kaputt und wie gerädert? All diese Anzeichen können auf eine gemeinsame Ursache hindeuten: nämlich nächtliches Zähneknirschen, medizinisch „Bruxismus“ genannt.

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Wie nehme ich erfolgreich ab? Wissenswertes aus der Adipositastherapie

16. bis 31. Juli 2015

Wie geht das: erfolgreich abnehmen? Diese Frage stellen sich viele Menschen. Denn es ist meist leichter, weil mit Genuss verbunden, die Kilos auf die Hüften zu bekommen, als sie wieder loszuwerden. Und besonders schwierig ist es bei schwerem Übergewicht beziehungsweise Fettleibigkeit, der Adipositas. Als Berechnungsgrundlage hierfür gilt der Body-Mass-Index, abgekürzt als „BMI“. Diesen errechnet man aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Meter zum Quadrat. Nach Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO haben Menschen Übergewicht, wenn sie einen Body-Mass-Index ab 25 aufweisen, adipös sind Menschen mit einem Body-Mass-Index ab 30. In einem solchen Bereich geht es um mehr als nur das Aussehen, denn das Risiko zahlreicher Folgeerkrankungen steigt enorm an. Dazu gehören Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleber und Gelenkprobleme. Außerdem ist Adipositas ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten und für Störungen der Fruchtbarkeit. Eine neue Erkenntnis ist zudem, dass Adipositas das Demenz-Risiko steigern kann. Angesichts dieser dramatischen Konsequenzen sollte der Adipositas also „zu Leibe gerückt“ werden. Zugegebenermaßen braucht es dazu einiges mehr als Disziplin, denn allein mit weniger Essen ist starkes Körpergewicht nicht zu normalisieren.

Laut aktuellem Stand der Wissenschaft besteht ein gelungenes Abnehmprogramm aus zwei Phasen. In der ersten Phase geht es darum, recht flott an Gewicht zu verlieren, in der zweiten Phase wird das Gewicht gehalten. Phase eins: Die früher übliche Empfehlung, das Abnehmen ganz langsam angehen zu lassen, ist überholt, denn mit einem mühsamen und sich dahinschleppenden Gewichtsverlust schmälert sich die Motivation, das Abnehmen lange durchzuhalten. Schnelle Erfolge hingegen motivieren weiter zu machen. Allerdings will das schnelle Abnehmen gut geplant sein. Eine gute Methode ist die modifizierte Fastenkur, das bedeutet: eine leichte Küche mit kleinen Portionen. Diese sollten eiweißreich sein, um zu gewährleisten, dass mit den Fettpolstern nicht auch die Muskelmasse schwindet. Zudem ist eine gemäßigte Zufuhr an Kohlenhydraten sinnvoll, vor allem um das Gehirn mit verwertbaren Kalorien zu versorgen. Gut geeignet sind auch Formula-Diät-Produkte, also eiweißreiches Nährstoffpulver, das mit Flüssigkeit angerührt wird. Nach einigen Wochen – die Zeitdauer hängt vom Abnehmziel ab – werden die Formula-Diät-Mahlzeiten durch richtige Mahlzeiten ersetzt.

Dann beginnt die Phase zwei mit drei Modulen: Im ersten Modul geht es darum, das Gewicht zu halten oder es in kleinen Schritten weiter zu senken. Dazu ist es wichtig, sich ein neues Essverhalten anzugewöhnen und die früheren Esssünden hinter sich zu lassen. Auf den schnellen Hamburger mal eben zwischendurch sollte man verzichten, denn regelmäßig verzehrtes Junkfood gilt heute als Mitverursacher der Adipositas. Wichtig ist es also, gesunde Alternativen kennenzulernen.

Das zweite Modul in Phase zwei ist die Bewegung. Deren große Bedeutung liegt allerdings nicht im direkten Verbrennen von Kalorien, sondern vielmehr im Umbau der gesamten Stoffwechselsituation. Nach neuen Erkenntnissen ist gezieltes Krafttraining notwendig, denn durch den Aufbau von Muskelmasse werden zusätzliche Kalorien verbrannt – und dies nicht nur während der sportlichen Aktivität, sondern über die gesamten 24 Stunden eines Tages. Fast alle Studien zeigen, dass es denjenigen gut gelingt, ihr reduziertes Gewicht zu halten, die in Phase zwei ihre körperliche Aktivität erhöht haben.

Die Höhe der langfristigen Gewichtsabnahme geht auch mit einer Verhaltenstherapie einher. Hierbei handelt es sich um das dritte Modul der Phase zwei. In der Verhaltenstherapie werden, zum Beispiel in Gruppengesprächen, die Motivation und das Selbstvertrauen gestärkt. Solche Gruppengespräche bieten Psychotherapeuten und –therapeutinnen an. Es gibt aber auch Ernährungssysteme beziehungsweise Ernährungskonzepte, die begleitend mit solchen Gruppengesprächen arbeiten. Studienergebnisse zeigen, dass die Höhe der Gewichtsabnahme deutlich an eine regelmäßige Teilnahme an den wöchentlichen Treffen gekoppelt ist. Zur Verhaltensänderung gehört auch zu überprüfen, aus welchem Grund man isst. Nur aus Hunger? Oder auch aus Langeweile, aus Frust, aus Traurigkeit? Zusammen mit einem Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin kann überdacht werden, mit welchen Methoden diese Bedürfnisse besser gestillt werden können als durch Nahrungsaufnahme.

Dies alles ist auf eigene Faust kaum durchzusetzen, sondern oft nur mit Hilfe einer kompetenten Beratung. Viele Krankenkassen bieten Abnehmkurse an oder unterstützen diese. Auch ein Gespräch mit dem Arzt oder der Ärztin ist ratsam, da eventuell auch Medikamente helfen können. Derzeit wird diskutiert, ob die medikamentösen Abnehmhilfen für einen begrenzten Zeitraum, wie etwa ein Jahr, in Phase zwei sinnvoll sind.

Bei massiver Adipositas ist auch ein operativer Eingriff möglich. Er kann eine realistische Chance bieten, das Gewicht dauerhaft zu senken und die Folgeerkrankung Diabetes zu heilen. Folgende verschiedene Verfahren kommen in Frage: das verstellbare Magenband, der so genannte „Schlauchmagen“ oder der so genannte Magenbypass. Zu beachten ist, dass ein chirurgischer Eingriff kein Allheilmittel bei Adipositas ist. Er ist zwar ein wichtiger Baustein in der Behandlung. Aber eine Operation kann nicht als einzige Maßnahme alle Probleme körperlicher und seelischer Art lösen, die mit der Adipositas zusammenhängen.

 

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Marielle Becker

 

Weiterführende Links zum Thema:

LZG-Elterninfo Nr. 2 „Adipositas“

Homepage des Adipositasnetzwerks Rheinland-Pfalz e.V.

Homepage der Deutschen Adipositas-Gesellschaft e.V., Informationen für Interessierte

Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter

Errechnung des persönlichen Body-Mass-Index BMI

Wenn mein Kind nicht schlafen will

Seit einer Stunde schon liegt das Kind im Bett und soll schlafen. Doch an Schlaf ist nicht zu denken, immer wieder ruft es nach seinen Eltern. Die sind schon genervt, schließlich wollten sie eigentlich einfach mal die Beine hochlegen und gemütlich den Spielfilm anschauen. Eine Situation, die wohl jede Mutter und jeder Vater kennt, egal wie alt der Sprössling ist. Auch ein häufiges nächtliches Erwachen kann für Kind und Eltern belastend sein.

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